PFC im Umfeld des Fliegerhorstes Penzing

Vorgeschichte: 

Auf dem Gelände des ehemaligen Militärflugplatzes Penzing sind aufgrund früherer Nutzungen Verunreinigungen des Bodens mit per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) vorhanden, die Grundwasserverunreinigungen verursachen. Aufgrund der PFC-Belastung des Grundwassers und in der Folge auch des Verlorenen Baches ist das Gebiet entlang des Grundwasserabstromes und im Bereich des Bachlaufes nördlich des Fliegerhorstes Penzing, insbesondere die Ortsteile Untermühlhausen und Epfenhausen betroffen.   
Derzeit ist noch in der Überprüfung, ob nur die Verunreinigungen auf dem Fliegerhorst für die Belastungen im Verlorenen Bach und im nördlichen Grundwasserabstrom verantwortlich sind oder ob noch andere Eintragsquellen vorhanden sein können. 
 

Grundsätzliche Informationen zu  PFC

Stoffeigenschaften - mehr dazu auf den Seiten des LGL

Veröffentlichungen des Landratsamtes Landsberg am Lech

Pressemitteilung vom 19.11.2019 -  Fische aus dem Verlorenen Bach nicht für dauerhaften Verzehr geeignet

Grundsätzliche derzeit eingeführte Wertmaßstäbe zum Wasser

Infos dazu auch beim Bayerischen Landesamt für Umweltschutz  ...

Grundwasser: vorläufige Schwellenwerte des LfU (für PFOS, PFOA: 0,1 μg/l)   

Oberflächengewässer: Umweltqualitätsnorm* (UQN) bislang nur für PFOS (0,65 ng/l); 

*Umweltqualitätsnorm (UQN) von 0,65 ng/l PFOS als Jahresdurchschnittswert (JD-UQN) und 36 μg/l als zulässige Höchstkonzentration (ZHK-UQN) für Oberflächengewässer auf der Basis „Menschlicher Fischverzehr“ als empfindlichstes Schutzgut 

Aktuelles: Wesentliche Informationen für die Bürgerinnen und Bürger

Trinkwasser
Hinsichtlich der Trinkwasserversorgung und –qualität bestehen derzeit keine PFC-Beeinträchtigungen. Die in umliegenden Bereichen des Flughafens befindlichen Trinkwasserversorgungen (Kaufering, Landsberg, Pöringer Gruppe und Erpftinger Gruppe) wurden auf PFC untersucht, die Ergebnisse waren unauffällig (Verweis auf Trinkwasserprüfberichte).

Wassernutzung Verlorener Bach
Das Landratsamt Landsberg am Lech bittet die Bachanlieger derzeit eine Bewässerung von Nutzpflanzen mit Wasser aus dem Verlorenen Bach zu unterlassen, bzw. keine Nutztiere mit dem Bachwasser zu tränken.

Grundwasserbrunnen
Dem Landratsamt Landsberg am Lech sind bisher keine Grundwasserbrunnen in den Gemeinden Untermühlhausen und Epfenhausen angezeigt worden. Falls solche Brunnen im Einzelfall dennoch vorhanden sind, sollten diese ebenfalls nicht zur Bewässerung bei der Lebensmittelerzeugung verwendet sowie dem Landratsamt angezeigt werden. 

Ansprechpartner und nähere Infos zu Hausbrunnen: Landratsamt Landsberg am Lech – Sachgebiet 42 - Wasserrecht, Frau  Rapp, Tel. 08191-1291461

Fischverzehr
Das Landratsamt Landsberg am Lech hat auf seiner Homepage und mit Pressemitteilung vom 19.11.2019 die Öffentlichkeit darüber informiert, dass Fische aus dem Verlorenen Bach nicht für dauerhaften Verzehr geeignet sind. 

Untersuchungen

Detailuntersuchung auf Flughafengelände und im nördlichen Abstrom-Bereich 

mit den Zielen

  • Klärung der Grundwasserströme mittels der Erstellung eines Hydrogeologischen Grundwassermodells
  • Klärung des Umfangs möglicher weiterer PFC-Eintragsquellen auf dem Flughafengelände
  • Eingrenzung des Schadensumfangs der beiden bekannten Schadensorte Feuerwache und Feuerlöschübungsbecken mit Aussagen zu Sanierungs- und Sicherungsmaßnahmen wird zurzeit durchgeführt.

Wegen des großen Untersuchungsumfangs werden über 100 Sondierungen, sowie Oberflächenmischproben vorgenommen und dazu 46 Grundwassermessstellen zur Bestimmung der Grundwasserfließrichtung beprobt und analysiert. Gleichzeitig war dabei die erhebliche Gefahr durch Kampfmittel auf der Liegenschaft mittels Entwicklung eines Kampfmittelkonzepts durch einen separaten Sachverständigen zu bewältigen, wodurch die Umsetzung der Detailuntersuchung einer längeren zeitlichen Verzögerung unterworfen war. Aus den vorgenannten Gründen ist im ersten Halbjahr 2020 mit einem abschließenden Gutachten und damit einer Gefährdungsabschätzung, sowie konkreten Vorschlägen für Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen zu rechnen. 

Sicherung des Feuerlöschübungsbeckens (FÜB) 
In der ersten Jahreshälfte 2019 erfolgte eine temporäre Sicherungsmaßnahme am FÜB, bei der erfolgreich das im Becken befindliche Wasser gereinigt und dabei PFC entfernt wurde. Die Einrichtung einer permanenten Sicherungsmaßnahme (automatisierte, winterfeste Aktivkohlereinigungsanlage mit Fernüberwachungsfunktionen ist seit Januar 2020 in Betrieb. Mittels kontinuierlicher Überwachung wird derzeit weiteres Eindringen von PFC-haltigem Wasser in den Boden minimiert.

Diese Maßnahmen erfolgen in enger Abstimmung mit dem Landratsamt Landsberg am Lech.

Nutzgartenuntersuchung
Mitte Oktober 2018 wurden zur Prüfung eines möglichen Gefährdungspotentials durch die oben beschriebenen PFC-Verunreinigungen im Rahmen einer orientierenden Untersuchung in Amtsermittlung Böden von insgesamt 6 Gärten untersucht; 3 Gärten, die vor 2013 mit Leitungswasser aus dem Quellverbund Untermühlhausen und 3 die mit Wasser aus dem Verlorenen Bach bewässert wurden

Ergebnis:
In allen untersuchten Gärten konnten im Bodenfeststoff keine PFC-Gehalte über der Bestimmungsgrenze von 5 μg/kg nachgewiesen werden, sodass geschlussfolgert werden kann, dass die Bewässerung mit Leitungswasser bzw. Oberflächenwasser des Verlorenen Baches zu keiner signifikanten Anreicherung von PFC in der Bodenmatrix bzw. Bodenfeststoff über der Bestimmungsgrenze geführt hat.

Untersuchungen des Bodeneluates ergaben, dass in 2 in Untermühlhausen gelegenen Gärten mit Bachwassernutzung und einem Garten mit Leitungswassernutzung zwar PFC-Einzelsubstanzen im Bodeneluat nachgewiesen werden konnten, jedoch lagen die Konzentrationen jeweils deutlich unter den vorläufigen Stufe-1-Werten der „LfU-Leitlinie zur vorläufigen Bewertung von PFC-Verunreinigungen in Wasser und Boden“.

Bewertung durch Fachbehörde Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF): 
Auf Basis der vorliegenden Bodenergebnisse, Bodenuntersuchungen, und der Konzentrationen der gefundenen PFC-Einzelsubstanzen und unter Zugrundelegung von Erfahrungswerten aus anderen Untersuchungen, hat die Fachbehörde vorläufig geschlussfolgert, dass vermutlich über den Wirkungspfad Boden-Nutzpflanze für gärtnerische Kulturen und Haus-/Nutzgärten keine Gefährdung vorliegt und die womöglich in den verzehrbaren Pflanzenteilen vorzufindenden PFC-Konzentrationen bei normalen täglichen Verzehrmengen vermutlich deutlich unterhalb der täglich aufnehmbaren Gehalte bei normalen täglichen Verzehrmengen liegen. 

Da es bisher keine gesicherten bzw. wissenschaftlich exakt belegten Erkenntnisse über den quantitativen Schadstofftransfer vom Bodenwasser in die Pflanze gibt, kann eine exakte Bewertung des Wirkungspfades und eine exakte Bewertung der Gefährdung über den Verzehr von Erntegut und somit eine Bestätigung der oben beschriebenen Schlussfolgerung nur dann erfolgen, wenn das Erntegut direkt auf PFC untersucht wird.  Die Bodenschutzbehörde hat deshalb in Abstimmung mit den Fachstellen in den 2 Nutzgärten, in denen PFC im Bodeneluat nachgewiesen wurde, Erntegutuntersuchungen durchführen lassen. Da in den untersuchten Hausgärten weder im Bodeneluat mindestens die Stufe-1-Werte der PFC-Einzelsubstanzen nach den genannten LfU-Leitlinien überschritten sind noch im Bodenfeststoff PFC-Einzelsubstanzen über der Bestimmungsgrenze nachgewiesen wurden, hätten aus fachlicher Sicht eine weitergehende Untersuchung des Erntegutes in den Hausgärten unterbleiben können. Dennoch wurden Erntegutuntersuchungen durchgeführt, um auch über das Erntegut eine Gefährdung über PFC ausschließen zu können. Die Untersuchungsergebnisse liegen seit Mitte Oktober 2019 vor und die Bewertung durch das Landesamt für Gesundheit ist erfolgt. 

Untersucht wurden Tomate, Karotten, Erdbeeren, Äpfel, Gurke, Petersilie, Bohnen, Salat, Zwiebeln, Zwetschgen und verschiedene Kräuter als Mischprobe

Ergebnisse: 

Bohnen 0,674 µg/kg PFBA     Unterschreitung der vorläufigen Beurteilungswerte Baden-Württemberg, die aus den Trinkwasserleitwerten für Gemüse abgeleitet wurden und sehr konservativ eine große Sicherheitspanne beinhalten

Erdbeeren   
0,536 µg/kg PFBA

Unterschreitung der vorläufigen Beurteilungswerte Baden-Württemberg, die aus den Trinkwasserleitwerten für Gemüse abgeleitet wurden und sehr konservativ eine große Sicherheitspanne beinhalten

Bei Karotten wurden 0,587 µg/kg PFOS gemessen. Für PFOS gibt es keine vorläufigen aus den Trinkwasserleitwerten abgeleiteten Beurteilungswerte. Die Kräuter-Mischproben lagen mit bis zu 9,41µg/kg PFDeA über den vorläufigen Beurteilungswerten Baden-Württemberg. In allen anderen Proben, konnten keine PFC nachgewiesen werden bzw. lagen die Gehalte unter der Bestimmungsgrenze. 

Bewertung durch Bayer. Landesamt für Gesundheit (LGL) und AELF:
Entsprechende Grenzwerte für Kräuter befinden sich aktuell noch im Bewertungsprozess durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), sodass eine Beurteilung der Kräuter-Mischprobe zum aktuellen Zeitpunkt nur unter Zuhilfenahme abgeleiteter Bewertungsmaßstäbe hilfsweise möglich ist. 

Die Bewertung einer möglichen, unbedenklichen Aufnahme von PFC wurde über die sehr konservativ festgelegte akzeptable Aufnahmemenge für PFOA verglichen und daraus die maximal verzehrbare Menge errechnet, die ein Erwachsener mit 70 kg Körpergewicht regelmäßig von der Probe verzehren könnte, ohne den von der EFSA abgeleiteten Wert der tolerierbaren wöchentlichen Aufnahme (TWI) von 6 ng/kg Körpergewicht für PFOA und 13 ng/kg Körpergewicht für PFOS zu überschreiten. 

Für die beiden Kräuter-Mischproben ergeben sich angelehnt an den beschriebenen abgeleiteten Bewertungsmaßstab jährliche „unbedenkliche“ Verzehrmengen von 2 kg bzw. 0,85 kg.

Wenn man diese Bewertung auf den Verzehr der anderen 3 Gemüse- bzw. Obstsorten anwendet, ergibt sich eine „unbedenkliche“ regelmäßige Verzehrmenge für 

Bohnen von 623 g pro Woche bzw.  32,4 kg im Jahr
Erdbeeren von 784 g pro Woche bzw.40,8 kg im Jahr
Karottenvon 1,55 kg pro Woche bzw.80,6 kg im Jahr

Das AELF hat in seiner fachlichen Bewertung ausgeführt, dass es bei den üblichen Verzehrmengen und ausgewogenen Essgewohnheiten der nur saisonal erzeugten Gemüse- und Obstsorten unwahrscheinlich erscheint, dass die berechneten duldbaren regelmäßigen wöchentlichen bzw. jährlichen Verzehrmengen für eine erwachsene Person überschritten werden. 

Das AELF bewertet die Ergebnisse der Kräuter dahingehend, dass theoretisch auf dem gewachsenen Gartenboden der beiden untersuchten Gärten bei entsprechender Ausdehnung des Kräuteranbaus zumindest in der warmen Jahreszeit eine entsprechende wöchentliche Produktion von Mischkräutern und deren Verzehr bis hin zur errechneten wöchentlichen Verzehrmenge unter Zugrundelegung der in 2019 gemessenen PFC-Konzentrationen möglich ist. Ein Verzehr von Mischkräutern über der errechneten wöchentlichen Verzehrmenge unter dem Gesichtspunkt der Regelmäßigkeit aus dem Anbau der untersuchten Gartenflächen erscheint jedoch unwahrscheinlich. 

Zur Absicherung der Erntegut-Untersuchungsergebnisse in 2019 ist für 2020 eine nochmalige Untersuchung von Erntegut angedacht.

Auf Basis der Erntegut-Untersuchungsergebnisse in 2019, der daraus errechneten wöchentlichen bzw. jährlichen Verzehrmengen und den angetroffenen Anbausituationen der untersuchten Hausgärten kann somit der Verzehr der angebauten Lebensmittel insgesamt als unkritisch betrachtet werden.
 

Ansprechpartner im Landratsamt Landsberg am Lech –  Sachgebiet 41 - Bodenschutzbehörde

Frau Gabriele Gulewitsch, Sachbearbeiterin
Tel. 08191-129-1443, Fax: 08191-129-5443 
E-Mail: gabriele.gulewitsch@lra-ll.bayern.de

Oberflächengewässeruntersuchungen nördlich Flughafen Penzing 
Im Verlauf des Verlorenen Baches und dessen Nebengewässern wurden Oberflächenwasserproben entnommen. In den Karten dargestellt sind die Ergebnisse (Stand: November 2019) für den Einzelstoff PFOS. Proben, in denen PFOS nicht nachweisbar war, sind in der Karte grün markiert. In Gelb, Hellorange, Dunkelorange und Rot sind die Probenahmepunkte dargestellt, wenn eine Überschreitung der sogenannten Umweltqualitätsnorm (UQN) für PFOS von 0,65 ng/l (entspricht 0,00065 µg/l) vorliegt. Die Farbskala visualisiert die Höhe der Überschreitung.

Karte 1

Karte 2

Daraus lässt sich zusammenfassend feststellen, dass der Verlorene Bach im Bereich der Ortsteile Untermühlhausen und Epfenhausen und im weiteren Verlauf Richtung Weil mit PFC belastet ist. Die höchsten Belastungen durch PFOS im Verlorenen Bach wurden im Bereich der sieben Quellen bis südlich von Weil ermittelt. 

Der Verlorene Bach wurde bis zur Grenze des Amtsbezirkes im Norden (Unterbergen) untersucht. In dieser ca. 18 km von den Quellen Untermühlhausen entfernten Bachwasserprobe wurden noch 0,025 µg/l PFOS ermittelt, d.h. über der UQN von 0,65ng/l. 

Die Zuflüsse Dorfbach, Beuerbach und Loosbach weisen keine PFOS-Belastungen auf.
Der Wildwassergraben nordöstlich der Liegenschaft wird vermutlich durch Grundwasser beeinflusst. Die Konzentration an PFOS im südlichen Verlauf des Wildwassergrabens liegt bei ca. 0,05 µg/l PFOS. 

Der Mühlbach (aus Scheuring kommend) im Norden weist noch 0,0033 µg/l PFOS auf. Bei einer Überprüfung durch zwei weitere Bachwasserproben hat sich der Wert mit 0,0042 µg/l PFOS bestätigt. Die Quelle ist noch unbekannt. 
 

Ansprechpartner im Landratsamt Landsberg am Lech – Sachgebiet 24 - Lebensmittelrecht und Sachgebiet 42 - Wasserrecht

Herr Frank Schumacher, Sachgebietsleiter 
Tel. 08191- 1291360
Fax 08191- 129-5360
E-mail: Frank.Schumacher@lra-ll.bayern.de

Grundwasseruntersuchungen im Bereich Fliegerhorst und im Abstrom 
Die Ergebnisse werden in 2 Karten visualisiert. Stellvertretend für die Stoffgruppe PFC wird in den Karten die Einzelsubstanz PFOS herausgegriffen, für die ein vorläufiger Schwellenwert des LfU vorliegt und die als Leitsubstanz für die Stoffgruppe PFC betrachtet wird. 

Aktuelle Grundwassersituation Januar 2020 (Karte 1): Insgesamt 54 Proben aus 45 Grundwassermessstellen und 9 Grundwasseraustritten (Quellen) wurden analysiert, davon liegen 22 Proben unterhalb der Bestimmungsgrenze von 0,01 µg/l (d.h. dort PFOS nicht messbar). In 8 Proben wurde PFOS > Schwellenwert 0,1 µg/l festgestellt. Die höchsten PFOS-Konzentrationen wurden gemessen:

  • innerhalb des Fliegerhorstes (Feuerlöschübungsbecken, Feuerwache),
  • an der Nordgrenze des Fliegerhorstes,
  • nördlich der Kiesgrube und
  • an zwei unmittelbar benachbart liegenden Quellaustritten in Untermühlhausen.

Zusammenschau der Grundwasseranalysen 2013 - 2020 (Karte 2): Aus dem genannten Zeitraum liegen an den 68 dargestellten Probenahmepunkten die Ergebnisse von 157 Proben vor. In der Karte 2 ist an jedem Probenahmepunkt die höchste Konzentration für PFOS dargestellt, die bisher dort gemessen wurde. Die Lage der Schwerpunkte der PFOS-Konzentration wird durch die Aufzählung bei Karte 1 beschrieben. Die Punkte mit Konzentrationen über dem Schwellenwert sind auf eine größere Fläche verteilt als bei Karte 1. Die Darstellung Karte 2 gibt nicht die aktuelle Grundwassersituation wieder, sondern ist die Zusammenschau von mehrjährigen Messungen und soll alle Probenahmepunkte aufzeigen, die in der Untersuchung mindestens einmalig auffällig waren.

Derzeit erfolgen weitere Auswertungen u.a. von Daten, die aus einer Vielzahl von Bohrungen von bis zu 38 m Tiefe gewonnen wurden. Ziel ist es, die Grundwasserfließrichtung und die Ausdehnung der Grundwasserbelastung abzuschätzen.

Ansprechpartner im Landratsamt Landsberg am Lech –  Sachgebiet 41 - Bodenschutzbehörde 

Frau Gabriele Gulewitsch, Sachbearbeiterin 
Tel. 08191-1291443
Fax: 08191-1295443
E-Mail: gabriele.gulewitsch@lra-ll.bayern.de
 

Lebensmitteluntersuchungen 

Es wurden vom Landratsamt im Jahr 2013 (2 Proben Fische aus einem kommerziellen Betrieb) und 2018 (4 Proben Fische (3 x aus kommerziellen Betrieb, 1 x aus Fischhaltung zum Eigenverzehr) und 4 Proben Feldfrüchte) Lebensmittelproben genommen. 
2013 wurden fünf adulte und zehn Jungfische (Bachforellen) untersucht. 

Bei den Altfischen lag der Summenwert PFOS zwischen 0,9 bis 4,8 µg/kg, bei den Jungfischen zwischen 0,9 bis 4,0 µg/kg. Diese Werte führten damals und führen auch heute nicht zu Beanstandungen und liegen in einer Größenordnung, die bei Fischen aus unbelasteten Oberflächengewässern zu erwarten sind. 

Die Fischproben 2018 aus den kommerziellen Fischbetrieben waren nicht zu beanstanden. Bei den zum Eigenverzehr erzeugten Fischen, welche im Verlorenen Bach nach aktueller Kenntnis am stärksten belasteten Teil gehalten werden, wurde ein Summenwert PFOS von 17,6 µg / kg festgestellt. Dies führte 2018 noch zu keiner Beanstandung. Durch die zwischenzeitliche Verschärfung der Grenzwerte sind diese als „für den zeitweiligen Verzehr akzeptabel.“ zu beurteilen. Eine Nachprobe dieser Fische im Jahr 2019 bestätigte diese Beurteilung.

Die 2018 untersuchten Feldfrüchte (Weizen, Roggen, Erdbeeren und Gurken) waren nicht zu beanstanden.
2019 wurden u.a. wildlebende Fische aus dem Verlorenen Bach gefangen und dem LGL zur Untersuchung vorgelegt. Dieses LGL hat auf Grund der Untersuchungsergebnisse (Bachforellen Untermühlhausen Summenwert PFOS 52,9 µg / kg, Bachforelle I zw. Epfenhausen und Weil 68,9 µg /kg, Bachforelle II zw. Epfenhausen und Weil 16,1 µg /kg, Regenbogenforelle zw. Epfenhausen und Weil 7,5 µg /kg) eine Bewertung der Fischnutzung im Verlorenen Bach erstellt. Das LGL stellt fest, dass auch beim Verzehr einer großen Menge Fisch aus dem Verlorenen Bach mit einer Mahlzeit oder über einen Tag verteilt, bei keinem der in den verschiedenen Proben vorliegenden PFOS-Gehalten nachteilige Wirkungen auf die Gesundheit zu erwarten sind. Von einem regelmäßigen und dauerhaften Verzehr von Fischen aus dem Verlorenen Bach rät das LGL allerdings ab, da dies wegen ihrer PFOS – Belastung negative gesundheitliche Wirkungen hervorrufen könnte.

Das Landratsamt Landsberg am Lech hat dazu am 19.11.2019 eine Pressemitteilung herausgegeben und die Öffentlichkeit darüber informiert, dass Fische aus dem Verlorenen Bach nicht für dauerhaften Verzehr geeignet sind.

Darüber hinaus wurden erneut Fische aus zwei kommerziellen Fischhaltungen untersucht. Die Untersuchungen ergaben keinen Grund zur Beanstandung.

Daneben wurde eine Gans untersucht, welche am Verlorenen Bach gehalten wurden. Im Muskelfleisch der Gans wurde ein PFOS-Gehalt von 4,1 μg/kg ermittelt, in der Leber 27,5 μg/kg und im Herz 10,7 μg/kg. Unter den Bedingungen der Kurzzeitaufnahme (beim Verzehr einer großen Menge mit einer Mahlzeit oder über einen Tag verteilt) sind durch den jeweils in den Teilproben vorliegenden PFOS-Gehalt keine nachteiligen Wirkungen auf die Gesundheit zu erwarten.

Im Muskelfleisch der Gans wurde ein PFOS-Gehalt von 4,1 μg/kg ermittelt. Ein erwachsener Mensch mit 70 kg Körpergewicht könnte von einem Lebensmittel mit dem in diesem Fall festgestellten PFOS-Gehalt von 4,1 μg/kg über mehrere Jahre jede Woche ca. 222 g, jeden Monat ca. 962 g und im Jahr ca. 11,5 kg verzehren, ohne dass es zu einer relevanten Überschreitung des von der EFSA abgeleiteten TWI-Wertes kommen würde. 

In der Leber wurden 27,5 μg/kg PFOS ermittelt. Damit ergeben sich analog Verzehrmengen von ca. 33 g pro Woche, 143 g pro Monat und 1,7 kg pro Jahr. Für den im Herzen festgestellten Gehalt von 10,7 μg/kg ergeben sich mögliche Verzehrmengen von 85 g pro Woche, 369 g pro Monat und 4,4 kg pro Jahr, ohne dass es zu einer relevanten Überschreitung des abgeleitete TWI-Wertes kommen würde. 

Die Abschätzung bezieht sich dabei auf die alleinige Aufnahme von PFOS durch derart belastete Lebensmittel. Wird PFOS beispielsweise auch über den Verzehr anderer mit PFOS-belasteter Lebensmittel aufgenommen, reduziert sich die verzehrbare Menge, für die gesundheitliche Wirkungen ausgeschlossen werden können, entsprechend. Statistisch ermittelte Verzehrmengen für Gänsefleisch und -innereien sind nicht verfügbar. Das LGL setzt deshalb für Verzehrer von Gänsefleisch und Gänseinnereien die statistisch für Geflügelfleisch und – innereien1 ermittelten Verzehrmengen von Verzehrern an. Durch den regelmäßigen Verzehr von Gänsefleisch, -leber und –herz mit den PFOS-Gehalten von 4,1 μg/kg, 27,5 μg/kg und 10,7 μg/kg wird die Aufnahmemenge von PFOS, die von der EFSA als unbedenklich angesehen wird, bei üblichen Verzehrmengen für Geflügelfleisch nicht überschritten.

Auch 2020 wird das Landratsamt Landsberg am Lech weitere Proben nehmen und die Ergebnisse hier veröffentlichen.
 

Ansprechpartner im Landratsamt Landsberg am Lech – Sachgebiet 24 - Lebensmittelrecht 

Herr Frank Schumacher, Sachgebietsleiter 
Tel. 08191-1291360
Fax: 08191-1295360
E-Mail: frank.schumacher@lra-ll.bayern.de

Schadensersatz/Haftung 

Ansprechpartner für evtl. Schadenersatzforderungen ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Sophienstraße 6, 80333 München, Tel. 089/599500, E-Mail: Info-Muenchen@bundesimmobilien.de
 

Allgemeine PFC - Infoline

Durch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) wurden PFC-Infolines eingerichtet, an die sich Bürger bei Fragen gerne wenden können.

Fragen zu Gesundheit, Trinkwasser und Lebensmitteln 
"PFC-Infoline" am LGL: 09131 6808 2497, 
Mo, Di, Mi und Fr von 9 Uhr bis 12 Uhr, Do von 13 bis 16 Uhr
und/oder E-Mail an pfc@lgl.bayern.de   

Bei Umweltfragen (Wasser, Boden, Luft, Natur)
"PFC-Infoline" am LfU: 0821 9071 5102, 
Mo, Di, Mi und Fr von 9 Uhr bis 12 Uhr, Do von 13 bis 16 Uhr 
und/oder E-Mail an pfc-umwelt@lfu.bayern.de

Weitere interessante Info-Links zum Thema PFC: 

https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/kontaminanten/pfas/index.htm 

https://www.lfu.bayern.de/analytik_stoffe/per_polyfluorierte_chemikalien/index.htm 
 

weitere Infos das werden laufend hier veröffentlicht bzw. aktualisiert!

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