Quaggamuschel bedroht heimische Gewässer: Landkreis ruft zur Mithilfe auf

Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern und die heimischen Gewässer zu schützen, bittet der Landkreis alle Wassersportlerinnen und Wassersportler sowie Erholungssuchende um Unterstützung.

Die Quaggamuschel breitet sich zunehmend in bayerischen Seen aus und wurde inzwischen auch im Fünf-Seen-Land nachgewiesen. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern und die heimischen Gewässer zu schützen, bittet der Landkreis alle Wassersportlerinnen und Wassersportler sowie Erholungssuchende um Unterstützung.

Die ursprünglich aus dem Schwarzmeer- und Kaspischen Meerraum stammende Süßwassermuschel vermehrt sich äußerst schnell und kann innerhalb kurzer Zeit große Bestände bilden. Dadurch verändert sie das ökologische Gleichgewicht in Seen und Flüssen erheblich.

Als Filtrierer entzieht die Quaggamuschel dem Wasser Plankton und andere Schwebstoffe, die zahlreichen heimischen Tierarten als Nahrungsgrundlage dienen. Zudem besiedelt sie großflächig den Gewässergrund, verdrängt einheimische Muschelarten und heftet sich an deren Schalen.

Auch für den Menschen hat ihre Ausbreitung spürbare Folgen. Die Muscheln können Wasserleitungen und technische Anlagen beeinträchtigen, Boote besiedeln und durch ihre scharfkantigen Schalen das Verletzungsrisiko an Badestellen erhöhen.

Unsichtbare Larven werden leicht verschleppt

Besonders problematisch ist, dass die Larven der Quaggamuschel mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind. Sie können über Restwasser oder feuchte Ausrüstung unbemerkt von einem Gewässer in das nächste gelangen. Boote, Stand-up-Paddle-Boards (SUPs), Kajaks sowie Angel-, Tauch- und anderes Wassersportequipment tragen daher maßgeblich zur Verbreitung bei, wenn sie nicht gereinigt werden.

Mit den KLAR-Regeln die Ausbreitung verhindern

Mit wenigen einfachen Maßnahmen kann jeder dazu beitragen, die Ausbreitung der Quaggamuschel einzudämmen. Dabei helfen die sogenannten KLAR-Regeln:

K – Kontrollieren: Prüfen Sie, ob Ihre Ausrüstung in den vergangenen fünf Tagen in einem anderen Gewässer genutzt wurde. Ist dies der Fall, sollten die folgenden Maßnahmen umgesetzt werden.
L – Leeren: Entfernen Sie sämtliches Restwasser aus Booten und Ausrüstungsgegenständen.
A – Abspülen: Reinigen Sie die gesamte Ausrüstung gründlich mit Leitungswasser – idealerweise mit heißem Wasser über 60 °C – und trocknen Sie sie anschließend ab.
R – Ruhen lassen: Lassen Sie die Ausrüstung mindestens fünf Tage vollständig trocknen, bevor sie in einem anderen Gewässer eingesetzt wird.

Hier können Sie den Flyer zur Quaggamuschel herunterladen.

Vorbeugung ist der wirksamste Schutz vor einer weiteren Ausbreitung der Quaggamuschel. Der Landkreis bedankt sich bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die mit ihrem verantwortungsvollen Verhalten dazu beitragen, die heimischen Gewässer und ihre Artenvielfalt dauerhaft zu erhalten.

Weitere Informationen unter: www.naturvielfaltlandsberg.de

Foto: Julian Leitenstorfer

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