Vom steinzeitlichen Lehmofen bis zum mittelalterlichen Bergfried, von historischen Maltechniken bis zum Bogenschießen: Der Tag des offenen Denkmals bot am Sonntag, 13. September 2026, an drei Orten im Landkreis Landsberg am Lech unmittelbare Zugänge zur regionalen Geschichte. Das Programm im Steinzeitdorf Pestenacker, im Rochlhaus Thaining und an der Burgruine Haltenberg verlief wie geplant und stieß auf großes Interesse.
Am weitesten führte die Zeitreise im Steinzeitdorf Pestenacker zurück. Dort konnten Kinder und Erwachsene nachvollziehen, wie die Menschen in der Jungsteinzeit lebten, arbeiteten und sich versorgten. An den Mitmachstationen wurde gekocht und gebacken, am Webbrett gearbeitet und Schmuck aus Bast gefertigt. Die Landsberger Bogenschützen luden zum Bogenschießen ein.
Auch eine Geschichtenecke im rekonstruierten Steinzeithaus, die Textilwerkstatt mit Rita Szeibert, ein Schatzgräber-Sandkasten und Schafe zum Streicheln gehörten zum Programm. Der Dorfverein Pestenacker übernahm die Bewirtung.
Das Steinzeitdorf vermittelt die Lebenswelt einer Siedlung, die vor mehr als 5.500 Jahren in der feuchten Niederung des Loosbachs bestand. Der archäologische Fundplatz ist Teil des UNESCO-Welterbes „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“.
Im Rochlhaus Thaining standen historische Farben und Techniken der Wandgestaltung im Mittelpunkt. Unter dem Titel „Gestrichen und getupft – Die Farben im Rochlhaus“ zeigte Restauratorin Beate Brettschneider, wie beim Schablonieren und Walzen gearbeitet wird. Die Besucherinnen und Besucher konnten die Techniken anschließend selbst ausprobieren.
Eine Vitrine der Kreisheimatpflege mit historischen Geräten und Materialien ergänzte das Angebot. An einer Hörstation berichteten Zeitzeugen vom Malerhandwerk früherer Jahre. Führungen erschlossen sowohl Haus 80 als auch Haus 81 mit dem Schaudepot des Heimatvereins. Eine vom ADFC geleitete Radtour verband den Denkmaltag zudem mit einer Fahrt von Landsberg über Reichling nach Thaining. Förderverein und Heimatverein bewirteten die Gäste mit Kaffee, Kuchen und Getränken.
An der Burgruine Haltenberg verband sich die Geschichte der Anlage mit dem Blick über das Lechtal. Bei zwei Führungen erfuhren die Teilnehmenden, wie sich die Burg im Laufe der Jahrhunderte entwickelte. Im Mittelpunkt stand der romanische Bergfried, dessen Ursprünge mindestens bis in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts zurückreichen. Den Abschluss bildete jeweils der Aufstieg zur Aussichtsplattform mit Blick über den Lech und das Westerholz.
„Denkmäler erschließen sich am besten dort, wo Geschichte greifbar wird und Fragen unmittelbar beantwortet werden können“, sagt Irene Therese Tutschka, die das Sachgebiet Kreisheimatpflege und Kulturverwaltung am Landratsamt Landsberg am Lech leitet. „Die Resonanz an allen drei Orten ist deshalb auch eine Anerkennung für das große Engagement unserer Partner und der vielen Ehrenamtlichen.“
Die drei Veranstaltungsorte spannten einen weiten Bogen durch die Kulturgeschichte des Landkreises: von den frühesten Siedlungsspuren über die mittelalterliche Herrschaftsarchitektur bis zur bäuerlichen Wohn- und Handwerkskultur. Zugleich zeigte der Denkmaltag, dass historische Orte besonders dann Interesse wecken, wenn fachliche Vermittlung und eigenes Erleben zusammenkommen.
Foto: Hanna-Lena Thoma



