Mit großem Erfolg ist die erste Fair Fashion Week in Landsberg am Lech zu Ende gegangen. Eine Woche lang rückte der Landkreis nachhaltige Mode in den Mittelpunkt und machte zugleich auf die Schattenseiten der globalen Textilindustrie aufmerksam.
Das vielfältige Programm umfasste einen Fair-Fashion-Wettbewerb, drei Vorträge, eine Modenschau, fünf Workshops, zwei Ausstellungen, vier Filmvorführungen sowie einen Kleiderflohmarkt im Landratsamt. Ziel der Veranstaltungsreihe war es, das Bewusstsein für soziale und ökologische Herausforderungen in der Modebranche zu schärfen und gleichzeitig konkrete Alternativen aufzuzeigen. Neben dem Landkreis beteiligten sich auch die Stadt Landsberg, die Volkshochschule (VHS) sowie die lokalen Läden „Mocca“ und „Die Stoffgalerie“.
Den Auftakt bildeten eine Modenschau und ein Vortrag der Münchner Mode-Expertin Stefanie Trevisan, die sich begeistert von der Veranstaltung zeigte: Mode ist weit mehr als Kleidung – sie steht für Haltung, Verantwortung und kreative Ausdruckskraft. Die Models und Designerinnen haben Leichtigkeit, Humor und ein Augenzwinkern auf den Laufsteg gebracht. Es entstand ein Raum, der inspiriert statt belehrt. Faire Mode kann gut aussehen – und richtig Spaß machen. Ein starkes Zeichen, wie auch kleine Städte großen Beitrag für faire Mode leisten können."
Abschluss im Olympia Filmtheater
Den Abschluss der Fair Fashion Week bildete die Vorführung des Films „Made in Bangladesch“ im Olympia-Filmtheater. Der Film beleuchtet eindringlich die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in der Textilproduktion und zeigt zugleich den Mut von Arbeiterinnen, die sich für Veränderung einsetzen. Er basiert auf wahren Ereignissen: Nach dem verheerenden Einsturz des Rana Plaza im Jahr 2013, bei dem über tausend Textilarbeiterinnen und -arbeiter ums Leben kamen, entschloss sich Regisseurin Rubaiyat Hossain, den Kampf junger Frauen gegen Ausbeutung filmisch festzuhalten. Auch Sebastian Schiller griff dieses tragische Ereignis in seinem Vortrag im Klostereck auf und appellierte an ein bewussteres Konsumverhalten: „Lieber weniger Kleidung kaufen und dafür in Qualität investieren. Denn billig ist oft zu teuer – insbesondere, wenn man die Folgekosten für Umwelt und Gesundheit mit einbezieht.“ Beim Kauf, so Schiller, sollte auf anerkannte Siegel wie den Global Organic Textile Standard (GOTS), Fairtrade Cotton oder Oeko-Tex geachtet werden.
Die Organisatorinnen Miriam Anton (Koordination Kommunale Entwicklungspolitik), Tanja Weigl und Eva Brugger von der Fachstelle Klimaschutz freuen sich über die positive Resonanz der Fair Fashion Week: „Wir konnten rund 500 Besucherinnen erreichen. Viele äußerten den Wunsch, dass wir die dieses neue Format fortsetzen“.
Fotos: Tonnemacher


