Die Grundschule in Prittriching war der Schwerpunkt der Kreisheimatpflege im Landkreis Landsberg beim "Tag des offenen Denkmals". Das Programm stößt auf große Resonanz. Auf den harten Bänken sitzen, auf denen schon Oma und Opa nicht nur für die Schule, sondern für ihr ganzes Leben lernten. Zusammen mit Kreisheimatpfleger Magnus Kaindl und Johannes Sift an der diatonischen Harmonika in der Aula am Kaffeetisch bayerische Schullieder zu singen, in Führungen vom Kellergewölbe bis zum Heimatmuseum im Dachgeschoss viele Details und Anekdoten der Prittrichinger Schulgeschichte erfahren – oder das Burchinger Schulhaus erstmals oder nach vielen Jahren noch einmal mit ganz anderen Augen sehen.
Der von der Kreisheimatpflege des Landkreises Landsberg veranstaltete Schwerpunkt für den „Tag des offenen Denkmals“ in der Prittrichinger Grundschule war ein voller Erfolg. Weit über 500 Besucherinnen und Besucher aus der Gemeinde, aber auch aus der ganzen Region, nutzten die Gelegenheit, das Gebäude, das seit 1910 Lernort in der Mitte der Lechraingemeinde ist, zu besichtigen. Mit Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft Ortsgeschichte, der Gemeinde, der Schulleitung und des Elternbeirats wurde den Gästen ein attraktives Programm geboten. Der Bogen spannte sich von einer historischen Bilderschau über das Schreiben mit Griffeln und Tinte bis hin zur Vorführung, wie Kinder heute schon in der Grundschule spielerisch programmieren lernen.
„Wert-voll: unbezahlbar oder unersetzlich?“
Für Landrat Thomas Eichinger passt die Schule perfekt zum diesjährigen Motto des europaweiten Denkmaltags „Wert-voll: unbezahlbar oder unersetzlich?“. Die Nachhaltigkeit solcher historischen Gebäude „sollten wir uns heute zum Vorbild nehmen“, sagte Eichinger bei der Eröffnung. Menschen aus der ganzen Welt würden nach Bayern kommen, nicht um Neubaugebiete zu besichtigen, sondern um Baudenkmäler oder Kulturschätze zu sehen. Auch die neue Kreisheimatpflegerin Carmen Jacobs schwärmte geradezu vom repräsentativen Bau, der gelungenen Erweiterung vor über 20 Jahren für das Baudenkmal und für die Schätze im Heimatmuseum im Speicher. Sie freute sich über die große Resonanz und hob besonders das Engagement der vielen Ehrenamtlichen hervor, die diesen Tag erst möglich gemacht hätten.
Auch das Steinzeitdorf bei Pestenacker (Gemeinde Weil) lockte am Denkmaltag wieder über 600 Gäste, vor allem Familien mit kleinen Kindern, an. Auf Mitmachstationen konnten die Besucherinnen und Besucher ins Leben der Menschen vor über 5.500 Jahren eintauchen. Gezeigt wurden die Handwerkstechniken der Jungsteinzeit – vom Weidenflechten und Lederschmuckherstellen bis hin zum Backen. Die Besichtigung der Burgruine Haltenberg (Gemeinde Scheuring) ist ein Fixpunkt des Denkmaltags im Landkreis. Bei Führungen gab es Infos zur Geschichte der Burg, und vom Bergfried aus konnte man einen Weitblick über den Lech im Westen und das Westerholz im Osten genießen.
Autor: Christian Lichtenstern
Fotos: Landratsamt




