Neugebaute Integrierte Leitstelle feierlich eingeweiht

4 Landkreise, 84 Städte und Gemeinden, 641.294 Einwohner ...

(Quelle Landratsamt FFB) Die in Maisach neu errichtete Integrierte Leitstelle Fürstenfeldbruck (ILS) ist am Samstagvormittag, 9. Mai, feierlich vor rund 130 geladenen Gästen eingeweiht worden. Damit bekommt die Leitstelle, die bislang in Fürstenfeldbruck beheimatet ist und von der aus die Einsätze von Feuerwehren und Rettungsdiensten für die Landkreise Dachau, Fürstenfeldbruck Landsberg am Lech und Starnberg koordiniert werden, nach dreijähriger Bauzeit ein hochmodernes Zuhause. 

Unter den zahlreichen geladenen Festgästen aus dem Rettungswesen, von Feuerwehren und der Politik befand sich auch der Bayerische Staatsminister des Innern, für Sport und Integration Joachim Herrmann, der sich neben Fürstenfeldbrucks Landrat Thomas Karmasin und Maisachs erstem Bürgermeister Hans Seidl ebenfalls in einem Grußwort an die Gäste wandte. Dr. Markus Ambrosy, Dekan der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde Fürstenfeldbruck und Terence Palliparambil, Pfarrer der katholischen Gemeinde Maisach-Gernlinden, segneten im Anschluss das Gebäude.

Vorbei sind die beengten Verhältnisse, wie sie am alten Standort in Fürstenfeldbruck herrschen. Der verklinkerte, würfelförmige 15 Meter hohe Neubau in einem Maisacher Gewerbegebiet bietet den insgesamt 80 Beschäftigten der ILS optimale Arbeitsbedingungen. Kernstück ist der Leitstellenraum mit einer Grundfläche von 350 m² und einer Höhe von 8 Metern ein. An 12 Einsatzleitplätzen mit jeweils 5 Bildschirmen pro Leitstand haben die Disponenten, ausgerüstet mit Headsets für Funk und Telefon, alle nötigen Informationen zum Einsatzgeschehen im Blick: Zwei große, an der Wand montierte Bildschirme zeigen für die Einsatzabwicklung relevante Informationen wie Wetter und Krankenhausbetten-Kapazitäten. Noch sind einige letzte Arbeiten an der komplexen Einsatzleittechnik zu erledigen. Voraussichtlich in der zweiten Maihälfte wird der Probebetrieb beginnen. Spätestens im Juli erfolgt der Umzug der 80 Beschäftigen in das neue Gebäude in Maisach. Dann geht die neue ILS in den Echtbetrieb.

Die Kosten für das Projekt von 47 Millionen Euro werden von den vier Mitgliedslandkreisen des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) Dachau, Fürstenfeldbruck, Landsberg am Lech und Starnberg gemeinsam geschultert. Der ZRF ist für den Bau und Betrieb der ILS verantwortlich. Der Freistaat Bayern bezuschusst das Projekt voraussichtlich mit rund 5 Millionen Euro für die Einsatzleittechnik. 

Die ursprüngliche ILS wurde 2007 in Fürstenfeldbruck eingerichtet – als zweite Einrichtung ihrer Art in Bayern. Als absehbar wurde, dass die ILS nicht mehr den Anforderungen genügen würde, fasste die Verbandsversammlung des ZRF im Januar 2018 den Beschluss, ein neues Gebäude zu errichten und es begann die Suche nach einem geeigneten Bauplatz. Im Juni 2020 kaufte der ZRF von der Gemeinde Maisach das Grundstück. Nach dreijähriger Planungsphase fand im August 2023 der Spatenstich statt. Entworfen hat das Gebäude das auf Bauten für das Rettungs- und Feuerwehrwesen spezialisierte Büro Planungxgruppe aus Bremen.

Statement Innenminister Joachim Herrmann
"Mit einem der größten und modernsten Leitstellengebäude Bayerns ist der Zweckverband für Feuerwehr und Rettungsdienst nun bestens für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet. Unser gemeinsames Ziel und unsere gemeinsame Verpflichtung gilt weiterhin dem Schutz der Bürgerinnen und Bürger durch Sicherstellung des hochfunktionalen Notrufs 112. Das wird in diesem zukunftsträchtigen und gelungenen Neubau noch besser gelingen. Ich wünsche allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der ILS Fürstenfeldbruck viel Erfolg an ihrem neuen Standort und weiterhin alles Gute!"

Statement Landrat Thomas Karmasin, Vorsitzender des Zweckverbands für Rettungswesen und Feuerwehralarmierung Fürstenfeldbruck 
„Mit dem Neubau erhalten die Disponentinnen und Disponenten der Integrierten Leitstelle optimale Rahmenbedingungen, um ihren Auftrag zuverlässig erfüllen zu können: Hilfe für in Not geratene Menschen bis in die hintersten Winkel der vier Mitgliedslandkreise zu organisieren – schnell, professionell und unkompliziert für die Betroffenen. Modernste Leitstellentechnik hilft ihnen, auch bei Großschadensereignissen den Überblick zu behalten, Einsatzkräfte miteinander zu vernetzen und zu koordinieren. Für künftige Anforderungen ist die ILS bestens vorbereitet: Weitere Leitstellenplätze lassen sich ohne bauliche Veränderungen nachrüsten.“ 

Statement Hans Seidl, Erster Bürgermeister der Gemeinde Maisach 
„640.000 Menschen, 4 Landkreise, 1 Standort: Die Schaltzentrale für die Organisation der Rettungseinsv.l.ätze hier in Maisach/Gernlinden zu haben, verleiht unserer Gemeinde eine weitere überregionale Bedeutung. Gleichzeitig freuen wir uns über die vielen hochqualifizierten Arbeitsplätze, die uns ein Disponenteren Wirtschaftsstandort nachhaltig stärken.“ 

Fakten zum Neubau:

  • Eckdaten: Grundfläche ca. 40 x 47 Meter, Geschoßfläche ca. 4.600 m², 4 Geschosse inkl. Untergeschoss.
  • Ein Leitstellenraum mit 350 qm, in dem 12 Einsatzleitplätze (ELP) untergebracht sind. In einem zusätzlichen Raum, der sich durch Schiebewände mit dem Leitstellenraum verbinden lässt, sind 8 Ausnahmeabfrageplatzen (AAP) sowie zwei ELP's für Sonderlagen untergebracht. Daneben befindet sich ein weiterer Raum, der sich ebenfalls durch Schiebewände mit dem Leitstellenraum verbinden lässt, der Lageraum mit Besprechungs- und Präsentationsmöglichkeit, sowie ein weiterer ELP für Schulungen.
  • Für zukünftige Erweiterungen besteht die Möglichkeit im Leitstellenraum zwei zusätzliche ELP's und im Abfrageraum zwei zusätzliche AAP‘s zu installieren.
  • Im Sicherheitsbereich befinden sich auch Sanitärräume, eine Küche mit Sozialbereich, sowie ein Bereich zur Schichtübergabe.
  • Zusätzlich gibt es 9 Büroräume für die Leitung des Betriebs der ILS sowie für Mitarbeiter des Sachgebiets IT-Service.
  • Für die Verwaltung vorgesehen sind 7 Büroräume, ein Küchen- bzw. Sozialbereich sowie ein Besprechungsraum.
  • Zudem wurden drei 2-Zimmerwohnungen eingeplant. Diese sind zum einen für betriebliches Kurzzeitwohnen für neu eingestellte Mitarbeiter, die im Großraum Fürstenfeldbruck noch keine Wohnung gefunden haben. Zum anderen können diese Räume ohne große bauliche Anpassung in Zukunft als Ruheräume (je nach Schichtmodell) oder als zusätzliche Büroräume verwendet werden.
  • Die Dachfläche wird vollflächig begrünt und ist mit Solarmodulen bestückt. Der erzeugte Strom kann direkt verbraucht werden.
  • Im Außenbereich finden sich noch weitere Parkplätze, Fahrradabstellmöglichkeiten und ein Aufenthaltsbereich für Mitarbeiter.

Das Schutzgebiet der Integrierten Leitstelle

  • 4 Landkreise mit einer Gesamtfläche von 2306 km²
  • 84 Städte und Gemeinden
  • 641.294 Einwohner (Stand: 30.09.2023)
  • 234 Orts- und Gemeindefeuerwehren
  • 4 Ortsverbände des Technischen Hilfswerks
  • ca. 900 aufgeschaltete Brand- und Gefahrenmeldeanlagen
  • 14 Rettungswachen, rund um die Uhr besetzt
  • 6 Rettungswagen-Stellplätze, tagsüber besetzt
  • 32 Rettungswagen
  • 10 Notarztstandorte/Notarzt-Einsatz-Fahrzeuge (NEF)
  • 1 Außenarztstandort
  • 49 Einheiten der organisierten Ersten Hilfe

Fotos:

Bild 1, v.l.: Landrat Stefan Frey (Lk. Starnberg), Landrat Stefan Löwl (Lk. Dachau), Landrätin Daniela Groß (Lk. Landsberg am Lech), Bernhard Seidenath (CSU Landtagsabgeordneter Stimmkreis Dachau), ein Disponent der ILS, Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, Benjamin Miskowitsch (CSU-Landtagsabgeordneter Stimmkreis Fürstenfeldbruck), Alex Dorow (CSU-Landtagsabgeordneter Stimmkreis Landsberg am Lech), Landrat Thomas Karmasin (Lk. Fürstenfeldbruck).

Bild 2: Die ILS von außen

Bild 3: Der Leitstellenraum

Fotos: LRA FFB. 

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