Auf dem Netzwerktreffen für Globales Engagement im Landratsamt wurden kürzlich die Gewinner des Kalebasse-Wettbewerbs ausgezeichnet. Zudem gab es Einblicke in unterschiedliche Vereins-Projekte mit Tansania und Kamerun.
Laptops, Fußballtrikots, Rollstühle, sowie Fördergelder für den Ausbau von Gesundheitseinrichtungen. In den vergangen zwei Jahren konnte sich der Distrikt Newala in Tansania, über Unterstützung aus dem Landkreis Landsberg am Lech freuen. Als Dankeschön für die Zusammenarbeit spendete der Distrikt Newala hochwertige Preise für den 2024 gestarteten Kalebasse-Wettbewerb im Landkreis: Kunstwerke aus dem schwarzen Holz des Mpingo-Baums, der auf dem Makonde-Plateau wächst. Tansanische Künstler haben daraus speziell für den Wettbewerb, Gefäße in Form von Kalebassen geschnitzt.
Die von Erfolg gekrönten Kalebasse-Anbau-Versuche unter den rund 80 Teilnehmern im Landkreis waren jedoch rar gesät. Viele Samen gingen nicht auf und der nasskalte Frühling erschwerte ein gutes Gedeihen. Dennoch schafften es Roswitha Löcherer aus Igling und Tatjana Gruber aus Landsberg, jeweils mehr als ein Dutzend Kürbisse anzubauen, und wurden zu den Siegerinnen des Wettbewerbs gekürt.
Ihre schönsten Exemplare brachten sie zur Preis-Verleihung mit, darunter eine Kalebasse mit einem besonders langen Stiel. Kreisrat Wilhelm Böhm aus Hurlach belegte mit seinem marmorierten Kürbis den 2. Platz. Evi Baumeister aus Igling errang den dritten Platz, mit einem Exemplar, das von der Größe und Form an eine Birne erinnerte. Einen „Sonderpreis Rankhilfe“ erhielt Simon Riegger aus Landsberg. Seine Kalebasse wuchs fünf Meter auf seinen Ahorn-Baum hinauf und lugte hoch oben aus den Ästen hervor. Der Hobby-Gärtner erhielt ein geschnitztes Boot, passend zur Region Mtwara, deren Küste am Indischen Ozean liegt.
Aktuelles aus der Partnerschaft
Im Anschluss an die Preisverleihung berichtete Miriam Anton, Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik über Aktuelles aus der Landkreispartnerschaft. „Das Förderprojekt, das vor allem Frauen und Neugeborenen zugutekommt, läuft bisher erfolgreich. Mittlerweile sind alle drei Gesundheitseinrichtungen renoviert und eine Geburtsstation in Chihangu, die sich noch im Rohbau befand, ausgebaut. Die Errichtung der Solar-Anlagen startet in den nächsten Monaten. Bei diesem Projekt werden gleichzeitig Elektrikerinnen in Solartechnik ausgebildet und das Personal vor Ort geschult“, berichtete Anton.
Freundschafts-Verein Newala/Tansania
Dabei arbeitet der Landkreis eng mit dem neu gegründeten Freundschafts-Verein Newala/Tansania zusammen. Vorstandsmitglied Christoph Heumos informierte über die Ziele des Vereins. Dieser möchte vorhandene Strukturen in Newala fördern, zum Beispiel durch Kooperationen in der Landwirtschaft sowie Bildungsprojekte unterstützen.
Der Verein hat bereits 15 Laptops an Schulen im Distrikt gespendet, weitere 40 werden folgen. Im Dezember vergangen Jahres kamen 5000 Euro an Spenden zusammen, damit konnten junge Menschen aus Newala mit Gehbehinderung Zugang zu Rollstühlen, Tricycles und Krücken erlangen. Der Verein kooperierte dabei mit der Leitung des Klosterkranken-hauses in Ndanda. Dort werden auch Pflegekräfte ausgebildet. 2023 entstand die Idee, einen Austausch mit dem Landsberger Klinikum zu starten. Decklan Mmole aus Nndanda absolvierte im November 2024 dort ein Praktikum. Geplant ist, dass die ausgebildete Krankenpflegerin aus Tansania gemeinsam mit einer Kollegin ab Januar 2026 einen Job als Pflegekraft in Landsberg beginnen kann.
Unterstützung durch die Erzabtei St. Ottilien
Bei den Projekten des Landkreises unterstützt nicht nur das Kloster Ndanda, sondern auch die Erzabtei St. Ottilien, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen zur Verfügung stellt.
Pressesprecherin Stefanie Merlin berichtete über das aktuelle Aufforstungsprojekt in der Abtei Mvimwa im Süden Tansanias. Im Dezember vergangenen Jahres pflanzten die Mönche auf dem Gelände rund um die Abtei 5000 Pinien- und Eukalyptus-Setzlinge. Derzeit beginnt die Gemeinschaft im Kloster Pugu nahe Daressalam eine weitere Pflanzaktion mit 10.000 Bäumen. „Die Aufforstung ist wichtig, da viele Bäume für das tägliche Kochen gefällt werden“, so Merlin. Die Benediktiner-Gemeinschaft verteilt Setzlinge an die Menschen in der Nachbarschaft und bietet Umwelt-Bildung in den Schulen an.
Mit Bildungsprojekten möchte auch Clémence Labrentz, Gründerin des Vereins „Wings for Africa“ das Leben der Menschen in Kamerun verbessern. Labrentz ist dort geboren und lebt heute mit ihrer Familie in Windach. Ihr Verein schaffte es, innerhalb kurzer Zeit eine Berufsschule in Nähe der Hauptstadt Jaunde zu bauen und zu eröffnen. Diese bietet Jugendlichen die Möglichkeit, eine qualifizierte Berufsausbildung in Bereichen wie Elektrik, Solartechnik, Schreinern und Schneidern zu erlangen.
„Im Jahr 2024 können wir 80 Schüler in acht Klassen unterrichten. Unsere ersten etwa 30 Schüler werden ab Juni 2025 ins Berufsleben gehen“, berichtete Labrentz stolz. Die Besucher des Netzwerktreffens waren vor allem von den handgenähten, edlen Kleidern der Schülerinnen beindruckt, die Labrentz präsentierte: „Wir möchten diese auch hier im Landkreis verkaufen“. Für April 2026 ist eine Modenschau in Kooperation mit der Koordinationsstelle für kommunale Entwicklungspolitik geplant.
Weitere Infos zu den Projekten gibt es bei der Koordinatorin kommunale Entwicklungspolitik: Miriam.Anton@LRA-LL.bayern.de
Der Freundschafts-Verein Newala/Tansania trifft sich am Montag 24.3., um 19 Uhr im Haus der Begegnung in Hurlach, Poststraße 7. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.
Foto 1 Christina Fratz: von links nach rechts, Evi Baumeister (3. Platz) , Simon Riegger (Sonderpreis) , Wilhelm Böhm 2. Platz, Roswitha Löcherer (1. Platz), Tatjana Gruber (1. Platz)grafin: Christina Fratz
Foto 2 Tatjana Gruber: Kalebasse aus dem schwarzen Holz des Mpingo-Baums, der auf dem Makonde-Plateau wächst.

