Anfang März dieses Jahres rief der Landkreis Landsberg am Lech zum ersten weltweit bekannten Luffa-Wettbewerb auf. Die Luffa ist ein Kürbisgewächs, das normalerweise in den Tropen gedeiht und aus deren Fruchtfleisch ein nützlicher Schwamm entsteht.
Die Resonanz war groß, mehr als 230 Hobby-Gärtnerinnen aus fast allen Gemeinden, darunter auch Jugendgruppen, Schulklassen und Kindergärten sowie Teilnehmer/innen außerhalb des Landkreises haben sich angemeldet. An die 1500 Luffa-Samen von fünf unterschiedlichen Produzenten haben die Initiatorinnen des Wettbewerbs, Miriam Anton, Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik und Susann Huttenloher, Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege verschickt. Nach einem Online-Einführungskurs zum Luffa-Anbau, starten die Teilnehmer/innen zuhause mit dem Vorziehen. Ab Ende Mai, durften die Pflanzen dann ins Gewächshaus, auf dem Balkon oder an eine geschützte und sonnige Stelle im Garten.
Keine guten Startbedingungen
Doch das Luffa-Experiment im Landkreis hatte keine guten Startbedingungen. „Viele Samen haben nicht gekeimt, die Pflanzen haben keinen Wachstumsschub bekommen durch den kalten Frühling. Meine eigene Luffa wächst und wächst, hat viele Blüten, aber bisher noch keine einzige Frucht“, berichtet Susann Huttenloher. Luffa-Gurken können meterlange Ranken bilden und brauchen daher ein Gerüst, an dem sie wachsen können. Die Früchte werden bis zu 60 Zentimeter lang.
Hobby-Gärtnerin Eva Wiedemann aus Buchloe ist es genauso ergangen: Kräftige meterhohe Pflanzen, aber bisher nur Blüten, keine Frucht. Auch Conny Berktold, Chefin der Gärtnerei Löwenzahn in Reichling hat trotz vieler Erfahrung in diesem Jahr Probleme. Die Gärtnerin baut die Luffa schon seit 15 Jahren in ihren Gewächshäusern am westlichen Ortsrand von Reichling an. „Dieses Jahr ist mit Abstand das schwierigste Jahr für die Luffas. Bis Ende Mai hat es kein Startsignal, keinen Wärmeimpuls zum Wachsen gegeben.“ Berktold hat ihre Luffas daher ins „Reste-Beet“ verbannt, dort wuchern sie wie in einem Urwald, allerdings mit weniger Früchten. Die Gärtnerin rechnet dieses Jahr nur mit rund 20 Schwämmen, normalweise hat sie einen Ertrag von 50 Luffa-Schwämmen, wobei an jeder Pflanze etwa drei bis fünf große Gurkenfrüchte wachsen.
Bis aus den gelben Blüten reife Gurken entstehen, die geerntet werden können, dauert es 150 bis 200 Tage. „Die Früchte sollen bis zur Ernte an der Pflanze trocknen, bis sie gelblich-braun sind. Aber vor dem ersten Frost sollten sie rein.“ Nach der Ernte und dem Trocknen wird die Schale entfernt und die Samen für das nächste Jahr herausgeschüttelt. Das feste, schwammartige Innere der Frucht wird in Scheiben geschnitten und vor der Benutzung gut ausgewaschen. Heraus kommt ein praktischer Haushalts-Schwamm- ganz ohne Plastik, mit dem man sogar angebrannte Töpfe sauber schrubben kann.
Ende September/Anfang Oktober werden alle Wettbewerbs-Teilnehmer/innen dazu aufgefordert, ein Foto und die Größenangabe ihrer Wettbewerbs-Gurke zu schicken. Die größten Luffa-Gurken werden prämiert und deren Anbauer/innen mit Preisen belohnt.
Kontakt: Miriam.Anton@LRA-LL.bayern.de und : susann-kathrin.huttenloher@lra-ll.bayern.de
Fotos Leitenstorfer: Foto 1 von links: Conny Berktold und Miriam Anton

