Hidden Champions – das ist keine seltene Pilzart, sondern Unternehmen die in ihrem Bereich Spitzenleistungen erbringen, aber in der Öffentlichkeit oft kaum bekannt sind. Am 30. November 2024 standen zwei "heimlichen Helden" aus dem Landkreis im Mittelpunkt des 14. Unternehmerfrühstücks, zu dem Landrat Thomas Eichinger geladen hatte.
In einer Gesprächsrunde diskutierte er mit Dieter Funk, Geschäftsführer der Funk International GmbH aus Kinsau und Walter Lutz, Geschäftsführer der ISANA Naturfeinkost GmbH & Co. Produktions- und Handels KG aus Eresing. Thema waren deren Erfolgsfaktoren, ihre regionale Verwurzelung sowie Herausforderungen.
Starke Wirtschaftsmotoren im Verborgenen
Deutschland ist weltweit führend in der Zahl solcher Unternehmen, und der Landkreis Landsberg am Lech ist keine Ausnahme. „Diese Unternehmen sichern nicht nur Arbeitsplätze und Wohlstand in der Region, sondern fungieren auch als Botschafter für den Wirtschaftsstandort“, betonte der Landrat. ISANA produziert Naturfeinkost und ist mit 200 Mitarbeitern ein großer Arbeitgeber im Landkreis. Pro Jahr werden 26 Mio. Stücke bzw. etwa 30 Tonnen pro Tag produziert und große Lebensmittelketten wie Aldi und Rewe beliefert. Das Gemüse stammt aus landwirtschaftlicher Produktion in der Region. Die Rinder weiden auf Flächen im Landkreis. Sogar die Hackschnitzel werden vom Geschäftsführer selbst angeliefert, erzählt Walter Lutz. Geliefert wird vor allem nach Frankreich, Belgien und in die Niederlande. Besonderer Wert wird auf die Qualität gelegt und Zucker gibt es nur im Kaffee wie der Geschäftsführer betont. Die Funk International GmbH mit Sitz in Kinsau ist Spezialist für hochwertige Brillen nach Maß mit Optik Stores in Berlin, München, Wien, Düsseldorf, und natürlich in Kinsau. Den Betrieb gibt es seit über 30 Jahren. Dieter Funk betont, dass er selbst mit großer Begeisterung den Beruf als einer der letzten in Deutschland bei uns im Landkreis am Leben hält und ausbildet. 60 Personen arbeiten im Betrieb, der mehr als mehr als 1000 Optiker Fachgeschäfte als Kunden für den internationalen Vertrieb zählt. Offen bleibt kein Wunsch, denn hergestellt werden Unikate - von Blumen bis zum Brautkleid in der Brillenfassung ist alles möglich.
Einblicke und Perspektiven
Geplant hatten es beide Unternehmer nicht ein Hidden Champion zu werden. Die Entwicklungen am Markt haben beiden in die Karten gespielt – mehr Individualisierung und ein Fokus auf hochwertige Bioprodukte. Glückliche Umstände, aber trotzdem merkt man die Begeisterung für ihre Nische mit der beide Ihr Unternehmen erfolgreich groß und erfolgreich gemacht haben. Im Dialog mit dem Landrat schilderten die Unternehmer ihre Erfolgsrezepte und gaben Einblicke in ihre unternehmerische Reise. Deutlich wurde auch bei beiden, wie wichtig regionale Verbundenheit für den Erfolg ist.
Beide haben sich bewusst für den Standort entschieden und bleiben auch gerne hier. Denn der Landkreis ist nicht nur gut angebunden, sondern hat auch einen hohe Work life Balance und „es ist einfach schön hier“ wie Dieter Funk anmerkt.
Die Eingerahmt wurde das Unternehmerfrühstück von einem Auftritt des Trios Quetschendatschi. Mit einer einzigartigen Mischung aus bayerischer Volksmusik, europäischem Folk und Klezmer sorgte die Band für eine ebenso inspirierende wie unterhaltsame Atmosphäre.
Aktuelles aus der Wirtschaftsförderung
Die Wirtschaftsförderinnen Kathrin Lenvain und Christina Fratz möchten gerne noch weitere versteckte Schätze entdecken. Sie berichteten von aktuellen Projekten wie dem „Meine Lieblingsorte“ Wettbewerb (Einreichungen noch bis 15.01.2025), einer Veranstaltung des Familienpaktes Bayern am 09. Mai 2025 für das sich familienfreundliche Unternehmen jetzt bewerben können, eine Umfrage zum RAL Gütesigel für Unternehmen sowie dem aktuellen Aufruf für Unternehmen für den Ausbildungskompass 2026.
Fotos © Julian Leitenstorfer
v.l.n.r. Landrat Thomas Eichinger, Dieter Funk und Walter Lutz

