Vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage des Landkreises befassen sich Landrätin Daniela Groß und ihre beiden Stellvertreter seit ihrem Amtsantritt intensiv mit der finanziellen, organisatorischen und personellen Entwicklung des IT-Verbunds Landsberg. Das Kommunalunternehmen nimmt aufgrund seines Aufgabenbereichs, seiner strategischen Bedeutung und seines finanziellen Umfangs eine wichtige Rolle für den Landkreis ein.
Derzeit erfolgt eine umfassende Bestandsaufnahme. Dabei wird untersucht, welche Ziele und organisatorischen Strukturen bei der Gründung des IT-Verbunds vorgesehen waren, welche Maßnahmen seitdem geplant und umgesetzt wurden und wie sich das Kommunalunternehmen finanziell, personell und organisatorisch entwickelt hat.
In diesem fortlaufenden Prüf- und Aufarbeitungsprozess sind neben den zuständigen Stellen des Landkreises ein externer IT-Management-Experte, die zuständige Aufsichtsbehörde, der Bayerische Kommunale Prüfungsverband sowie eine externe juristische Beratung einbezogen. Ziel ist es, ein vollständiges und belastbares Gesamtbild zu erhalten und auf dieser Grundlage die notwendigen Entscheidungen für die weitere Ausrichtung des IT-Verbunds zu treffen.
„Die Informationstechnologie ist für den Landkreis und seine Gemeinden ein unverzichtbares und hochsensibles Aufgabenfeld. Oberste Priorität haben für uns die IT-Sicherheit, der Schutz der Daten sowie die dauerhafte Handlungsfähigkeit des Landkreises und seiner Kommunen“, erklärt Landrätin Daniela Groß, die zugleich Vorsitzende des Verwaltungsrats des IT-Verbunds ist.
Personelle Veränderung beim IT-Verbund
Der bisherige Vorstand des Kommunalunternehmens IT-Verbund Landsberg, Dr. Christoph Hacker, hat sich aus persönlichen Gründen dazu entschieden, seinen Vertrag vorzeitig zu beenden. In beiderseitigem Einvernehmen wurde bereits Ende Juni 2026 vereinbart, dass Dr. Hacker mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben freigestellt wird.
Während der Übergangsphase übernimmt Landrätin Daniela Groß als Vorsitzende des Verwaltungsrats im Rahmen der geltenden Regelungen die Vertretung des Kommunalunternehmens. Die fachliche Leitung des IT-Verbunds liegt bis auf Weiteres bei Wolfgang Stork, Leiter des Sachgebiets Informationstechnologie und Informationssicherheit im Landratsamt.
Die Handlungsfähigkeit des IT-Verbunds ist in der Übergangsphase gewährleistet. Die IT-Dienstleistungen werden fortgeführt und die hierfür notwendigen Entscheidungs- und Vertretungswege sind sichergestellt.
„Der Verwaltungsrat und auch ich persönlich danken Herrn Dr. Hacker für seine Arbeit und sein Engagement. Wir bedauern sein Ausscheiden und wünschen ihm für seine berufliche und private Zukunft alles Gute“, erklärt die Landrätin.
Intensiver Arbeits- und Abstimmungsprozess
In den vergangenen Wochen fanden mehrere intensive Arbeits- und Abstimmungssitzungen statt. Dabei wurden Unterlagen zusammengetragen und ausgewertet, finanzielle und organisatorische Sachverhalte untersucht sowie rechtliche und fachliche Bewertungen eingeholt. Darüber hinaus wurden die nächsten notwendigen Schritte zur Sicherung und Weiterentwicklung des IT-Verbunds vorbereitet.
Der Prüf- und Aufarbeitungsprozess ist noch nicht abgeschlossen. Der Landkreis wird daher keine vorzeitigen Bewertungen oder abschließenden Ergebnisse vorwegnehmen.
„Wir tragen in dieser Übergangsphase eine besondere Verantwortung. Dieser kommen wir gemeinsam, sorgfältig und mit der notwendigen fachlichen Unterstützung nach. Entscheidungen müssen auf einer belastbaren Grundlage getroffen werden. Für uns gilt deshalb: Sorgfalt vor Schnelligkeit – ohne notwendiges Handeln aufzuschieben“, betont Groß.
Zu einzelnen Personalangelegenheiten, Vertragsinhalten und laufenden Prüfungen können aus rechtlichen und datenschutzrechtlichen Gründen keine weitergehenden Angaben gemacht werden. Der Verwaltungsrat wird im rechtlich zulässigen Rahmen fortlaufend in den Prozess einbezogen und über die wesentlichen Entwicklungen informiert.
Ziel ist es, den IT-Verbund Landsberg fachlich leistungsfähig, sicher, organisatorisch klar aufgestellt, finanziell tragfähig und rechtssicher in die Zukunft zu führen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Interessen des Landkreises, seiner Gemeinden sowie der Bürgerinnen und Bürger.