„Gebt Euren Träumen mehr Raum“

Frauen-Frühstück zum Thema „Mein Weg in die Kommunalpolitik“ war ein großer Erfolg

„Nur wer mitredet, kann mitentscheiden. Nur wer sichtbar ist, kann etwas verändern. Und nur wer kandidiert, kann auch gewählt werden.“ Mit diesen kraftvollen Worten eröffnete Susanne Stegmaier, die Gleichstellungsbeautragte im Landratsamt, das erste Frauen-Frühstück zum Thema: „Mein Weg in die Kommunalpolitik“. 

Denn der Bedarf, Frauen in die Politik zu bewegen, ist laut Stegmaier groß: „In den Gemeinderäten und im Stadtrat unseres Landkreises sind nur 19,5 Prozent der Sitze von Frauen besetzt, damit sind Frauen deutlich unterrepräsentiert. Es ist Zeit zu handeln.“ Über 60 Frauen sind am vergangenen Samstag der Einladung ins Landratsamt gefolgt, um aus erster Hand zu erfahren, wie der Einstieg in den Gemeinderat, den Stadtrat oder den Kreistag gelingt. 

Im Podiumsgespräch standen vier erfahrene und erfolgreiche Kommunalpolitikerinnen aus unterschiedlichen Parteien Rede und Antwort: Es waren dies Margit Horner-Spindler (stellvertretende Landrätin, CSU), Doris Baumgartl (Oberbürgermeisterin der Stadt Landsberg, UBV), Hannelore Baur (Kreisrätin, SPD) sowie Daniela Groß (Kreisrätin, Bündnis 90/Die Grünen). Der Radio-Moderation Susanne Zehentbauer gelang es mit ihren Fragen, einen persönlichen, authentischen Einblick in die Kommunalpolitik aus weiblicher Perspektive zu schaffen.

Die vier Politikerinnen erzählten mit einer Prise Humor von ihren Wegen in die Politik, den Herausforderungen, sich in männerdominierten Gremien durchzusetzen und die Motivation für das politische Amt. So berichtete Kreisrätin Baur, dass ihre Motivation Ende der 90er Jahre war, die Kinderbetreuung in Dießen zu verbessern- mit nachhaltigem Erfolg. 

Auch praktische Tipps gaben die Podiums-Gäste weiter: Um auf eine Liste zu kommen sei es sinnvoll, sich über die in der Region aktiven Parteien zu informieren und mit ihnen Kontakt aufzunehmen. „Am besten einfach auf die Gemeinde-oder Stadträtinnen zugehen“, so Groß. Erfahrung in der Kommunalpolitik sei keine Voraussetzung, so Baur. „Es lohnt sich jedoch, an Schulungen und Workshops teilzunehmen, um sich auf die Kandidatur vorzubereiten.“  Sie selbst habe mit ihrem Fach-Wissen in ihrer ersten Bauausschuss-Sitzung punkten können. 

Zu diesem Tipp gab es aus dem engagierten Publikum einen Kommentar. Die Teilnehmerin ermutigte Frauen, sich vom Perfektionismus frei zu machen und plädierte zum „Mut zur Lücke“. Eine Praxis, die bei Männern gang und gebe ist, weiß Baumgartl aus eigener Erfahrung. „Männer bewerben sich auch, wenn sie nicht alle Kriterien erfüllen. Frauen meist nur dann, wenn sie alles erfüllen.“ Ihr Rat an die Frauen: „Einfach machen“. 

Auch die Herausforderung abendfüllende Gemeinderatsitzungen und Muttersein in Einklang zu bringen wurde thematisiert. „Ohne Familie im Hintergrund, die unterstützt geht es nicht“, so Baumgartl. Auch Groß betonte, wie wichtig es sei, von Anfang an, die Familie miteinzubinden. 

Am Frühstück nahmen auch Frauen mit ihren Kindern teil. Dafür wurde erstmals im Landratsamt eine professionelle Kinderbetreuung angeboten, die sehr gut angenommen wurde. Und auch der Austausch und das Netzwerken beim leckeren Frühstücks-Buffet kam bei den Teilnehmerinnen bestens an. Zum Schluss stellte die Moderatorin noch eine in die Zukunft gerichtete Frage „Was wäre, wenn 50 Prozent der politischen Gremien von Frauen besetzt wären?“ 

„Vielfalt stärkt unsere Gesellschaft und führt zu besseren Entscheidungen für alle“, so Groß. „Und es ist vor allem eine Frage der Gerechtigkeit: Frauen machen die Hälfte der Weltbevölkerung aus, und es ist nur fair, dass sie auch in der Politik gleichberechtigt vertreten sind“. Hannelore Baur ist sich sicher: „Wenn Frauen das sagen hätten, wäre die Welt friedlicher. Welche Frau schickt ihre Söhne freiwillig in den Krieg?“ Doris Baumgartl betonte „Es wäre eine Welt, die mehr das Gemeinsame in den Vordergrund stellt, statt das Trennende. Und das ist, was wir für die Gesellschaft brauchen. Vielfalt ist die Grundlage unserer Demokratie. Sie braucht Menschen aus allen Bevölkerungsschichten, mit allen Erfahrungen, die sich dafür einsetzen.“ Margit Horner-Spindler ergänzte: „Es gäbe wesentlich mehr Balance, mehr Ausgleich.“ Die stellvertretende Landrätin war viele Jahre die einzige Bürgermeisterin im Landkreis- mittlerweile sind es fünf-, daher ist es ihr ein besonderes Anliegen, das sich Frauen in die Politik trauen: „Liebe Frauen, gebt euren Träumen mehr Raum als euren Ängsten.“

Die nächsten Kommunal-Wahlen finden am 8. März 2026, dem Internationalen Frauentag.

Kontakt: Susanne Stegmaier
Kommunale Gleichstellungsbeauftragte
Landratsamt Landsberg am Lech
Tel. 08191 129 1261
Email: KommunaleGleichstellungsstelle@lra-ll.bayern.de  

Fotos: Sarah Zapf

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