Eichenprozessionsspinner im Landkreis Landsberg

Vorsichtsmaßnahmen und Tipps bei Kontakt

Der Eichenprozessionsspinner ist ein heimischer Nachtfalter, dessen Larven ausschließlich an jungen Eichenblättern fressen. Sein Bestand nimmt auch bei uns aufgrund der Klimaveränderungen zu. Der im August und September am Abend fliegende Falter legt seine Eier plattenweise an der Rinde von meist älteren Eichen ab. Anfang Mai, wenn die Eichen austreiben, schlüpfen die Raupen.

Bis zur Verpuppung häuten sich die Raupen mehrmals. Ab der dritten Häutung bilden sich auf den Raupen sehr feine Brennhaare, die als Brennsubstanz das giftige Eiweiß Thaumetopoein enthalten. Diese Substanz kann beim Menschen, aber auch bei Tieren, vor allem bei Hunden, Katzen, Rindern und Pferden heftige allergische Reaktionen auf der Haut und in den Atemwegen auslösen. Die Haare haben Widerhaken, können sich so in der Kleidung und im Fell von Tieren festsetzen und auf diesem Weg in die Wohnung gelangen.

In den 1990er Jahren noch als selten eingestuft, beobachten wir in den letzten Jahrzehnten eine starke Vermehrung und Ausbreitung. Nach dem trockenen Frühjahr und der Wärmeperiode im Mai ist der Eichenprozessionsspinner bei uns im Landkreis an zahlreichen Eichen entdeckt worden. An manchen Wegen und Bereichen, wo sich viele Menschen aufhalten und bewegen, machen Warnschilder auf den Befall aufmerksam.

Trotz der Bekämpfungsmaßnahmen, die von Seiten des Landkreises, der Stadt Landsberg und einigen Gemeinden in öffentlichen und stark frequentierten Bereichen bereits angelaufen sind, werden wir den Eichenprozessionsspinner nicht wieder loswerden. In den Wäldern oder in der freien Landschaft ist eine Bekämpfung weder möglich noch sinnvoll und notwendig. Der Falter fliegt zudem sehr weit und erobert sich zunächst bereinigte Lebensräume schnell wieder zurück.

Mit folgenden Vorsichtsmaßnahmen können Sie sich schützen:

  • Stark befallene Bereiche meiden – Warnhinweise unbedingt beachten
  • Auf befestigten Wegen bleiben
  • Hunde an der Leine behalten
  • Rinder und Pferde von betroffenen Weiden nehmen
  • Raupen und Gespinste nicht berühren – Kinder gut und genau informieren

Bei Kontakt empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

  • Kleidung wechseln und waschen – möglichst über 60°C
  • Belastete Kleidung und Schuhe nicht in den Wohnbereich bringen
  • Duschen und Haare waschen
  • Mit Haustieren sofort zum Tierarzt gehen, wenn sich allergische Reaktionen zeigen

Es gibt auch noch einige andere Schmetterlingsarten, die dieses Jahr durch Gespinste auffallen und häufig mit dem Eichenprozessionsspinner verwechselt werden. Meistens handelt es sich um harmlose Gespinnstmotten, die ihre Futterpflanzen teilweise vollständig einspinnen und kahlfressen. Die Raupen sind für Mensch und Tier aber harmlos. 

Weitere Informationen, auch zu den Schmetterlingsarten, die mit dem Eichenprozessionsspinner verwechselt werden können, finden Sie hier: www.naturvielfaltlandsberg.de

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