Zur Fair Fashion-Modenschau samt Preisverleihung war der Saal des Landratsamts am vergangenen Freitag bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Veranstaltung bildete den Auftakt der „Fair Fashion Week“, die Zeichen für bewussten Modekonsum, Kreativität und gesellschaftliche Verantwortung setzen möchte. Organisiert wird die Woche von Miriam Anton, Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik sowie den Klimaschutzmanager-innen Tanja Weigel und Eva Brugger.
Zu Beginn der Modenschau richtete sich die Dozentin der Münchener Akademie Mode & Design, Stefanie Trevisan, in ihrem Vortrag „Untragbar“ an das Publikum. Als erfahrene Produktmanagerin mit 25 Jahren Tätigkeit in der Textilindustrie verdeutlichte sie die ökologischen und sozialen Auswirkungen der Bekleidungsproduktion: für die Herstellung eines einzigen T-Shirts werden rund 2.700 Liter Wasser benötigt – eine Menge, die ausreichen würde, um einen Menschen etwa zweieinhalb Jahre lang mit Trinkwasser zu versorgen. Darüber hinaus wies Trevisan auf die problematischen globalen Produktionsbedingungen hin: Die systematische Ausbeutung von Millionen Menschen im Globalen Süden, deren Löhne häufig nicht einmal das Existenzminimum sichern, begünstige eine massive Überproduktion von Kleidung.
Die Folgen seien gravierend: Rund 90 Millionen Tonnen Textilabfälle landen jährlich auf Deponien – vielfach ebenfalls im Globalen Süden. Dies sei nicht zuletzt eine Konsequenz eines Konsumverhaltens, das in vielen Teilen der Welt zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Durch den weiteren Abend führte die Radiomoderatorin Susanne Zehentbauer, die mit Charme und Begeisterung die vielfältigen Up-Cycling-Outfits präsentierte: Aus Bettlaken, Gardinen, einem Mückennetz, Papier, kaputten Jeans, alten Röcken und vielen weiteren Materialien haben die Teilnehmerinnen des Fair Fashion Contest ausgefallene Outfits gestaltet. Umso schwerer hatte es dann die 5-köpfige Jury, deren Sprecherin und Textil-Expertin Doreen Löwenstein, die Auswertung vortrug.
Den ersten Platz belegte Vivien Lehner mit ihrem herausragenden Outfit „Denim trifft Couture“. Die Jury würdigte insbesondere die gelungene Verbindung von Gegensätzen: Alltag und Eleganz verschmelzen zu einem modernen Gesamtbild. Sämtliche Materialien waren gebraucht, sogar das Nähgarn der Großmutter fand Verwendung.
Der zweite Platz ging an Marija Isanovic für ihren außergewöhnlichen Jeansmantel mit dem Titel „Wurzeln“ Dieser verbindet Erinnerungen mit kreativem Design. Den dritten Platz sicherte sich Chiara Gawenda mit ihrem modernen, alltagstauglichen Sommeroutfit. Eine lobende Erwähnung erhielt Jamina Mestermann mit ihrem eindrucksvollen Beitrag „Mutter Erde“. Das Outfit aus recycelten Materialien setzt sich intensiv mit den Themen Klimawandel und Umweltverschmutzung auseinander.
Second-Hand Kleidung kaufen und verkaufen konnten die Besucher am Samstag auf dem Flohmarkt im Landratsamt. Schuhe, Taschen Pullover, Blazer und vieles mehr wechselten ihre Besitzer. Auch diese Veranstaltung stieß auf viel positive Resonanz.
Am Mittwoch, 22. 4. 2026 gibt es um 17 Uhr im Klostereck in Landsberg zwei Ausstellungen zum Thema Faire Mode zu sehen, sowie einen Vortrag von Textil-Experte Sebastian Schiller. Eintritt frei.
Infos zu den weiteren Veranstaltungen der Fair Fashion Week auf der Seite. https://www.klimaschutz-landkreis-landsberg.de/
Fotos: Tonnemacher

