Quelle: Das Bayerische Baugewerbe, in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Ziegelindustrieverband und dem Landkreis Landsberg am Lech (Wirtschaftsförderung)
Landsberg, 16. Juli 2024 – Auf diese Frage erhofften sich die Teilnehmenden beim Wohnungsbaugespräch am vergangenen Mittwoch, 10. Juli 2024, eine Antwort. Dazu luden die Bauinnung Landsberg, die Wirtschaftsförderung des Landkreises sowie der Bayerische Ziegelindustrieverband in den großen Sitzungssaal des Landratsamtes ein.
Der Einladung waren Vertreter und Vertreterinnen aus Bauunternehmen, Handwerksbetrieben, Architektur- und Ingenieurbüros, Immobilienunternehmen sowie der kommunalen Verwaltung gefolgt. Das Vortragsprogramm bot fachliche Insights, aktuelles Zahlenmaterial und persönliche Expertise. Damit war die Basis für den Austausch an diesem Nachmittag gelegt.
Den Anfang machte Johannes Edmüller, der Präsident des Bayerischen Ziegelindustrieverbands. Er fasste die aktuelle Lage zusammen und nannte 7 Punkte, die aus seiner Sicht für mehr Bezahlbarkeit im Wohnungsbau sorgen könnten – u. a. die Absenkung von Baustandards, die „Enttechnisierung“ des Bauens, steuerliche Erleichterungen sowie Technologieoffenheit und Baustoffneutralität.
Es folgten die Grußworte der Veranstalter: Landrat Thomas Eichinger hieß als Gastgeber die Vertreter der Unternehmen und alle am klimafreundlichen Wohnungsbau Interessierten willkommen. Norbert Kees begrüßte als Obermeister der Bauinnung Landsberg die Teilnehmenden der Veranstaltung und freute sich über die große Resonanz. Er ist überzeugt: „Wir müssen ins Gespräch kommen, wir müssen das, was unsere Branche bewegt, immer wieder auf die Agenda setzen. Nur so nähern wir uns Schritt für Schritt der zwingend notwendigen Bezahlbarkeit des Wohnungsbaus.“
Zum kommunalen Dialog ins Landratsamt war auch der Bundestagsabgeordnete Michael Kießling als Gastredner geladen. In seinem Kurzvortrag zur aktuellen Baupolitik fasste er treffend die Eckpunkte der dramatischen Wohnungsbaukrise zusammen. Eine Zahl fiel dabei immer wieder „400.000“ – so viele Wohnungen würden jährlich benötigt. Bereits in 2023 seien nur knapp 295.000 Wohnungen errichtet worden, für 2024 wird nochmal ein Absacken auf 225.000 prognostiziert. Flankiert werde dieses Defizit von einer starken Steigerung bei den Baukosten. Damit stellt sich für Kießling die Frage, wie kann der Wohnungsbau in Deutschland nachhaltig gestärkt werden? Für ihn braucht es dafür neben einer verlässlichen Förderkulisse vor allem Kostensenkungen (u. a. durch Absenkung der Förderbedingungen) und steuerliche Erleichterungen.
Dem Kernthema „Klimafreundlich Bauen: Ökobilanz, Klimaresilienz & Recycling“
Dem Kernthema „Klimafreundlich Bauen: Ökobilanz, Klimaresilienz & Recycling“ widmete sich schließlich Alfred Emhee, Bauberater bei Schlagmann Poroton. Er lieferte Daten für die sachliche Diskussion, die beim Vergleich von Baustoffen für klimafreundliche Gebäude geführt werden muss. Ganz aktuell brachte er auch die Erfahrungen mit den neuesten Extremwetterereignissen ins Spiel: Immobilienbesitzer müssten auch über die Klimaresilienz ihrer Gebäude Bescheid wissen, um den Herausforderungen begegnen zu können.
Wenn sich angehende Bauherren Gedanken über die Nachhaltigkeit ihrer zukünftigen Immobilie machen, dann führt kein Weg am Förderdschungel vorbei. Welche Fördermittel gibt es und welche Kriterien muss mein Gebäude erfüllen? Einen Einblick in die Wohnbaufördermöglichkeiten bot am Ende der Veranstaltung Roland Böck von der Sparkasse Landsberg-Dießen.
An diesem Nachmittag trafen sich Dialoginteressierte aus der Bau- und Planungsbranche, dem Handwerk, der Industrie und der Kommunalpolitik. Es gab vielleicht nicht auf jede Frage eine Antwort, aber es wurde deutlich, dass der Dialog fortgesetzt und mit allen verfügbaren Informationen geführt werden muss.
Foto: © Hanna Tonnenmacher
Dank ihrer Organisation und Expertenvorträge war das Wohnungsbaugespräch ein voller Erfolg (v.l.n.r.): Annette Resch (Dachziegelverband), Roland Böck (Sparkasse Landsberg-Dießen), Michael Kießling (MdB), Johannes Edmüller (Bayerischer Ziegelindustrieverband), Landrat Thomas Eichinger, Norbert Kees (Obermeister Bauinnung Landsberg), Kathrin Lenvain (Landratsamt Landsberg, Wirtschaftsförderung) und Alfred Emhee (Schlagmann Poroton).
