„Ein Schluck zu viel – ein Leben lang betroffen“

Dr. Gisela Bolbecher

15. Runder Tisch von KoKi beleuchtet das Fetale Alkoholsyndrom (FASD)

Am 29.10.2025 fand der diesjährige, mittlerweile 15. Runde Tisch der „Koordinierungsstelle Frühe Kindheit - Frühe Hilfen (KoKi)“ statt. In den Räumen der Beruflichen Schulen in Landsberg kamen mehr als 50 Fachleute aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen, um sich mit dem Thema FASD (Fetal Alcohol Spectrum Disorder) auseinander zu setzen.

 FASD ist die häufigste nicht genetische bedingte Behinderung, welche aber zu 100 Prozent vermeidbar ist. Man geht davon aus, dass in Deutschland ca. 4000 Kinder damit geboren werden. Referiert hat hierzu Dr. Gisela Bolbecher, erste Vorsitzende des FASD Netzwerks Nordbayern e.V. Sie hat sich dieses Thema seit vielen Jahren auf die Fahnen geschrieben und ist Fachfrau sowohl in Theorie als auch Praxis.

In ihrem Vortrag informierte Sie über medizinische Grundlagen bezüglich der Entstehung von FASD, Diagnostik und Symptome, die Auswirkungen im Alltag, sowie über therapeutische Ansätze. Ihr ist es ein wichtiges Anliegen, über die gravierenden Folgen des Alkoholkonsums während der Schwangerschaft zu informieren, da dieser sich immer, auch schon in kleinen Mengen, schädlich auf die Entwicklung des Ungeborenen auswirkt. Die Gehirnschädigung, die durch den Alkoholkonsum verursacht wird, ist irrreparabel und dauert ein Leben lang. Die Kinder leiden unter vielfältigen Beeinträchtigungen ihrer Entwicklung, in der Verhaltens-regulation und in den Alltagsfertigkeiten. Nur ca. 30% der Betroffenen können später ein eigenständiges Leben führen.

In unserer Gesellschaft ist Alkoholkonsum tief verankert. Wer diesen ablehnt, muss sich häufig rechtfertigen, da Mittrinken für viele selbstverständlich geworden ist. „Nein“ -  zu sagen, ohne sich erklären zu müssen ist oft schwierig, und verhindert die individuelle Entscheidung, Alkohol einfach abzulehnen. Ein bewussterer Umgang damit ist ein wichtiger Schritt, um auch das Thema FASD in den Blick zu nehmen und Prävention öffentlich wirksam zu machen.

Im Anschluss an den intensiven Vortrag bot sich in einer Fragerunde die Gelegenheit, offenen Anliegen zu klären und persönliche Erfahrungen zu teilen. Dabei entwickelte sich ein lebendiger Austausch zwischen den Fachleuten und der Referentin.  „Wer mit FASD nicht die richtige Behandlung erfährt, wird im Leben scheitern“, so Dr. Gisela Bolbecher. Deshalb ist eine frühzeitige Diagnostik, Informationen für Betroffene und Angehörige und eine therapeutische Begleitung sehr bedeutsam. 

Informationen dazu beim Deutschen FASD Kompetenzzentrum Bayern. https://www.deutsches-fasd-kompetenzzentrum-bayern.de/

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