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Unternehmerfrühstück im Landratsamt mit Hans-Werner Sinn

Landrat Thomas Eichinger (rechts) im Gespräch mit dem Volkswirt Hans-Werner Sinn

Prominenter Ökonom referiert zum Brexit, Trump, Energiewende, Europa, EZB ...

Landrat Thomas Eichinger veranstaltete zum siebten Mal ein Unternehmerfrühstück im Landratsamt Landsberg am Lech. Zum Schwerpunktthema Konjunktur referiert dabei der prominente Ökonom und ehemalige Präsident des Münchener ifo Instituts für Wirtschaftsforschung Hans-Werner Sinn.

Als „meinungsstarken Kopf, der sich auch einmal gegen den Mainstream am politischen Diskurs beteiligt“ kündigte Landrat Thomas Eichinger den Veranstaltungsreferenten Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans-Werner Sinn bei der siebten Auflage des Unternehmerfrühstücks an. Rund einhundert Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Landkreis waren der Einladung ins Landratsamt gefolgt.

In etwas mehr als zwei Stunden ging Sinn auf die Zusammenhänge der Weltwirtschaft mit besonderem Fokus auf Deutschland, Brexit, Trump, Energiewende, Europa und die Politik der Europäischen Union sowie der Europäischen Zentralbank ein. Sein Fazit stimmte die Zuhörer dabei nicht unbedingt optimistisch: Die nächste Euro-Krise steht bevor, die EU befindet sich unter Führung von Macron auf dem Weg in eine Transferunion und mit dem Austritt der Briten verschiebt sich das Machtgefüge innerhalb Europas von den eher solide wirtschaftenden Nordstaaten in Richtung der südlichen Länder inklusive Frankreich, mit einer eher lockeren Geld- respektive Schuldenpolitik.

„Für Deutschland ist der Brexit höchst problematisch“

Der Austritt Großbritanniens aus der EU sei für Deutschland in doppelter Hinsicht problematisch: zum Einen weil damit der zweitgrößte Nettobeitrittszahler die Union verlässt und die finanziellen Belastungen künftig auf andere Schultern verteilt werden müssten, zum Anderen weil Großbritannien ein bedeutender Handelspartner und Exportmarkt für Deutschland sei.

Doch nicht nur unter dem Brexit habe die deutsche Industrie derzeit zu leiden. Daneben belaste auch eine schwächelnde Weltkonjunktur, der Handelskrieg mit den USA sowie die beschlossene Energiewende die deutsche Industrie erheblich. Einmal mehr warnte Sinn vor einem nationalen Alleingang beim gleichzeitigen Atom- und Kohleausstieg und mahnte eindringlich, die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen.

Bau und Dienstleistungen laufen weiter gut

Während der konjunkturelle Aufschwung der deutschen Industrie derzeit erlahmt, schätzt Sinn die Bau- und Dienstleistungsbranche anhaltend stark ein. Durch das anhaltend niedrige Zinsniveau bleiben die „Häuslebauer die Gewinner“ obgleich ein Abschwung in Industrie und Maschinenbau sich nach Sinns Einschätzung mit etwa zwei Jahren Zeitversatz auch in den Auftragsbüchern der Bauunternehmen niederschlagen wird. Im Anschluss an seinen Vortrag stand Hans-Werner Sinn auch für Fragen und Diskussionen mit dem Publikum zur Verfügung.

Foto 1 Leitenstorfer: Landrat Thomas Eichinger (rechts) im Gespräch mit dem Volkswirt Hans-Werner Sinn im Rahmen des 7. Unternehmerfrühstücks im Landratsamt   

Foto 2 Leitenstorfer: Hans-Werner Sinn während seines Vortrags zum 7. Unternehmerfrühstück im Landratsamt