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Neue Datenschutzgrundverordnung: Licht ins Dunkel für Vereine

Telefonhotline und zusätzlicher Vortrag im September

Thomas Kranig, Prä­sident des Bayerischen Landesamts für Datenschutzaufsicht, möchte Vereinen und Ehrenamtlichen bei der Umsetzung der neuen europäischen Da­tenschutz-regelungen (DSGVO) rasch und gezielt Hilfestellung anbieten. Deshalb wurde kürzlich eine neue Telefonhotline des Landesamts eingerichtet.

Unter der Telefon­nummer 0981/531810 steht von Montag bis Freitag, von 08.00 bis 19.00 Uhr, Ehrenamtlichen aus Vereinen geschultes Personal, für Fragen rund um das neue Daten­schutzrecht zur Verfügung. Außerdem werden demnächst zentral und gebündelt Informationen für Vereine, kleinere Unternehmen und Selbständige zum Umgang mit den neuen Datenschutzregelungen auf ei­ner neuen Internetseite zur Verfügung stellen.

Vortrag im Landratsamt wird aufgrund der großen Nachfrage wiederholt

 Ende Juni hatte bereits ein Vortrag zum Thema im Landratsamt Landsberg am Lech stattgefunden. Der Sitzungssaal war komplett belegt als Rechtsanwalt Wolfgang Schmid, langjähriger Datenschutzberater, seinen Vortrag zur neuen Datenschutzverordnung, der speziell auf die Belange der Vereine einging, vortrug. Ein sicheres Zeichen dafür, dass das Schreckgespenst der Datenschutz-Grundverordnung bei den Vereinen im Landkreis umgeht. Aufgrund der großen Nachfrage wird der Vortrag im September wiederholt. Der genaue Termin wird dann noch rechtzeitig bekannt gegeben.

Mehr Infos zum Thema

Wolfgang Schmid ist dieser Tage ein gefragter Mann. Jeden Tag ist der Augsburger im Land unterwegs um die neue Datenschutzgrundverordnung der Europäischen Union, die seit dem 25. Mai gilt, zu erklären.

  • Doch was steckt hinter dem Wortungetüm tatsächlich für Vereine?
  • Was bedeutet die Regelung für Fotos, Chroniken und die Vereinsführung?

Diesen und den konkreten Fragen, die die Teilnehmer zahlreich mitgebracht hatten, ging Schmid auf den Grund. Der Datenschutz sei kein neues Thema, die neue Datenschutzgrundverordnung ersetze vielmehr die bislang geltende europäische Richtlinie zum Datenschutz aus dem Jahr 1995, erklärte er zu Beginn und nahm den Teilnehmern damit schon mal die erste Sorge.

Umsetzen müsse die Verordnung jeder, der personenbezogene Daten sammelt, verarbeitet oder weitergibt, so Schmid weiter. Dreh und Angelpunkt seien die so genannten personenbezogenen Daten, also alle Informationen, die sich auf eine identifizierbare Person beziehen. Darunter zählen etwa Name, Wohnort, Steuernummer und auch Religionszugehörigkeit. Jede Person, die mit personenbezogenen Daten hantiere, müsse ein Verzeichnis über alle Verarbeitungstätigkeiten führen.

Konkret bedeute das für Vereine, dass ein Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten erstellt werden müsse. Das diene der Transparenz über die Verarbeitung personenbezogener Daten und der rechtlichen Absicherung des Vereins. Darüber hinaus müsse für einen technischen und organisatorischen Schutz der Daten gesorgt werden. Computer müssen etwa vor unbefugten Zugriffen geschützt werden.

Genau betrachtet sind es Selbstverständlichkeiten im Umgang mit Daten. Denn all dies verlangt von den Vereinen und Verantwortlichen bereits von sich aus einen verantwortungsvollen und sensiblen Umgang mit diesen Daten, zum Schutz der Mitglieder und des Vereins. Deshalb bestehen ja auch seit vielen Jahren hierzu entsprechende Datenschutzregeln, auch wenn die gelebte Wirklichkeit in den Vereinen bisher eine andere war.

Die neue Verordnung sei in erster Linie für Unternehmen gemacht worden und nicht gezielt für Vereine. Als Fazit sollte sich jeder Verein anschauen wie er mit den Daten umgeht und diesen Prozess dokumentieren. Das sei überschaubar und machbar.