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Gute Nachrichten für Oldtimerfahrer/Innen

Grünes Licht für Kombination von H-Kennzeichen mit Saisonkennzeichen

Ab 1. Oktober 2017 können im Landkreis Landsberg am Lech nun auch Oldtimerkennzeichen als Saisonkennzeichen zugeteilt werden. Grund ist eine Änderung der Fahrzeugzulassungsverordnung (FZV). Mit dieser Änderung der FZV stellt der Gesetzgeber nun eindeutig klar, dass die Kombination eines H-Kennzeichens mit einem Saisonkennzeichen zulässig ist.

 "Oldtimer sind Fahrzeuge, die vor mindestens 30 Jahren erstmals in Verkehr gekommen sind, weitestgehend dem Originalzustand entsprechen, in einem guten Erhaltungszustand sind und zur Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes dienen.", erklärt Christof Weh, Leiter des Sachgebiets Straßenverkehrswesen im Landratsamt Landsberg am Lech. Zu diesem Zwecke hat der Gesetzgeber vor über zehn Jahren das sogenannte H-Kennzeichen eingeführt, mit dem die Fahrzeughalter betreffender Fahrzeuge in den Genuss einer pauschalierten jährlichen Kraftfahrzeugsteuer kommen. Diese beträgt aktuell für Krafträder 46,02 Euro und 191,73 Euro für die übrigen Kraftfahrzeuge.

Weitere Vorteile für die Fahrzeughalter

"Durch die Klarstellung können Fahrzeughalter betreffender Fahrzeuge einen weiteren Steuervorteil in Anspruch nehmen", erklärt Weh. Durch die Kombination mit einem Saisonzeitraum ist es möglich, die pauschalierte jährliche Kraftfahrzeugsteuer weiter zu senken. Die Saison muss mindestens zwei Monate und darf höchstens elf Monate betragen. Da in der Regel Oldtimerfahrzeuge über die Wintermonate geschont und damit in den "Winterschlaf" versetzt werden, ist ein Saisonzeitraum optimal. "Um Kosten zu sparen, haben deshalb in der Vergangenheit viele Fahrzeughalter im Herbst das Fahrzeug außer Betrieb gesetzt und es im Frühjahr wieder zugelassen", fügt Christof Weh hinzu. In Zukunft könnten sich die Fahrzeughalter nicht nur den doppelten Weg ins Landratsamt und die hierfür anfallenden Gebühren, sondern auch Zeit sparen.

Abstellen auf öffentlichen Straßen nur während des Saisonzeitraums

Fahrzeuge dürfen auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen nur während des Saisonzeitraums in Betrieb gesetzt oder abgestellt werden. Außerhalb des Zeitraums ruht die Zulassung. Versicherungsschutz muss aber ganzjährig bestehen. Wird ein Fahrzeug außerhalb des Saisonzeitraums auf öffentlichen Straßen in Betrieb genommen oder abgestellt, kann ein Bußgeld fällig werden.

Versicherungsschutz ganzjährig

Oft wird gerade bei Versicherungswechsel für Saisonkennzeichen vergessen, dass der Versicherungsschutz zwar außerhalb der Saison ruht, aber ganzjährig bestehen muss. Daher kommt es immer wieder vor, dass Fahrzeughalter außerhalb des Saisonzeitraums die bestehende Versicherung kündigen und sich Zeit lassen, eine neue Versicherung zu suchen. In solchen Fällen kann der alte Versicherer der Zulassungsbehörde eine Anzeige zur Beendigung des Versicherungsschutzes zukommen lassen. Die Zulassungsbehörde ist dann gesetzlich verpflichtet, kostenpflichtige Maßnahmen zu ergreifen, damit das nicht versicherte Fahrzeug so schnell wie möglich außer Betrieb gesetzt wird oder sich der Halter um neuen Versicherungsschutz bemüht.

Erforderliche Unterlagen

Damit ein bereits zugelassenes, bestehendes H-Kennzeichen mit einer Saison kombiniert werden kann, sind bei der Zulassungsbehörde nachfolgende Unterlagen vorzulegen: die Fahrzeugdokumente, das bzw. die Kennzeichenschild/er, ein Nachweis über die gültige Hauptuntersuchung, ein Nachweis über die gültige Sicherheitsprüfung (nur, sofern das Fahrzeug einer "SP" unterliegt), eine elektronische Versicherungsbestätigung (eVB-Nummer) für Saisonkennzeichen und ein gültiger Ausweis des Fahrzeughalters. Sofern der Fahrzeughalter nicht persönlich erscheinen kann, kann dieser einen Dritten schriftlich unter Beilage seines Ausweises bevollmächtigen. Eine Ausweiskopie wird anerkannt und anschließend durch die Zulassungsbehörde vernichtet. Der/die Dritte muss sich ebenfalls ausweisen. Ein entsprechendes Vollmachtsformular gibt hier zum herunterladen.

Sollte das bisherige Kennzeichen bereits 8-stellig sein (z. B. LL-AA123H), ist gleichzeitig eine Umkennzeichnung erforderlich, weil ein einzeiliges bzw. zweizeiliges Kennzeichenschild gemäß FZV max. 8-stellig sein darf. Der Saisonzeitraum würde in diesem Fall eine unzulässige 9. Stelle darstellen.

Gebühren

Für die Vergabe eines Saisonkennzeichens können Gebühren von bis zu 50,00 Euro anfallen.

Zusätzlich fallen Kosten für die Kennzeichenschilder an.