Pressemitteilungen

GesundheitsregionPlus Landkreis Landsberg am Lech

Erste Sitzung des Gesundheitsforums 2019

Die Mitglieder des Gesundheitsforums der Gesundheitsregionplus Landkreis Landsberg trafen sich auf Einladung des Vorsitzenden, Landrat Thomas Eichinger, am 09. Juli 2019, zur ersten Sitzung des Jahres 2019 im großen Sitzungssaal des Landratsamtes Landsberg.

Aktuelles zum Krisendienst Psychiatrie

Marlies Podechtl, die Gebietskoordinatorin des Krisendienstes Oberbayern, erklärte den Forumsmitgliedern zu Beginn der Sitzung die Organisationsstruktur des ambulant-psychiatrischen Kriseninterventionsdienstes Oberbayern. Er ist täglich von 9 bis 24 Uhr unter der Rufnummer 0180/6553000 erreichbar. Qualifiziertes Personal bietet Betroffenen und ihren Angehörigen, aber auch Mitarbeitern von Fachstellen schnelle Soforthilfe bei Fragen zu seelischen Krisen und psychiatrischen Notfällen. Im ersten Quartal 2019 wurden im Landkreis bereits 30 Kriseninterventionseinsätze registriert.

Aktuelle Personalsituation in Psychiatrie und Psychosomatik

Dr. Götz Berberich, Chefarzt der Psychosomatischen Klinik Windach, berichtete über die derzeitige Personalsituation in psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken. Die Berechnung des individuellen Behandlungsbedarfs der Patienten ist sehr komplex und wird derzeit im Rahmen von Expertenworkshops erarbeitet.

Am Samstag, den 21.09.2019, lädt die Klinik Windach Interessierte zum „Tag der offenen Tür“ ein. Zwischen 10 und 16 Uhr werden Vorträge zu psychischen Erkrankungen und deren Behandlungskonzepten angeboten, u.a. zur psychosomatischen Schmerztherapie und zum Burnout. Eine Besichtigung der Klinik ist möglich, zudem stehen Expertinnen und Experten für Fragen bereit.

Geplant: Einführung des Konzepts „Mobile Retter“ im Landkreis Landsberg

Mobile Retter sind beruflich qualifizierte Ersthelfer (z.B. Rettungssanitäter, Feuerwehrleute, Pflegekräfte, Ärzte, Arzthelferinnen etc.). Nach erfolgreicher Schulung, die u.a. ein Reanimationstraining beinhaltet, werden sie im Bedarfsfall via Smartphone von der Rettungsleitstelle geortet. Der sich an nächsten zum Einsatzort befindliche mobile Retter wird anschließend - zusätzlich zum Rettungsdienst/Notarzt - alarmiert und zum Einsatzort gelotst. Der Einsatzbedarf für die mobilen Retter ist nur dann gegeben, wenn es sich um eine lebensbedrohliche Gesundheitsstörung handelt, z.B. einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Dieser kann nur dann erfolgreich therapiert werden, wenn sofort in den ersten Minuten eine Herz-Lungen-Wiederbelebung erfolgt.

Mobile Retter haben einen großen Zeitvorteil gegenüber dem alarmierten Rettungsdienst. Während der Rettungswagen durchschnittlich 8 Minuten benötigt, bis er beim Patienten ist, ist der mobile Retter im Schnitt in 2 bis 4 Minuten vor Ort und kann deshalb sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen.

In der Region Ingolstadt, in der die mobilen Retter bereits im Einsatz sind, konnten auf diese Weise pro Jahr ca. 65 Menschen zusätzlich gerettet werden. Ausgestattet sind die mobilen Retter einzig mit Handschuhen und Atemmaske. Im Einsatz sind sie über den Landkreis unfall- und haftpflichtversichert. Über ihr Smartphone geortet werden sie aber nur während des Einsatzes. Eine Datenweitergabe erfolgt nicht. Auch eine betreuende Nachsorge ist vorgesehen, damit die mobilen Retter belastende Einsätze besser verarbeiten können.

Der mobile Retter ist jedoch nicht verpflichtet, den Einsatz auch zu übernehmen, wenn er von der Leitstelle alarmiert wird. Er kann ohne Angabe von Gründen ablehnen. Auch kann er Karenzzeiten angeben, in denen er erst gar nicht alarmiert wird.

Die Kosten für die Inbetriebnahme des Projekts „Mobile Retter“ betragen für den Landkreis Landsberg am Lech, mit ca.120.000 Einwohnern ca. 10 Cent pro Einwohner. In der Sitzung des Kreisausschusses im Oktober 2019  soll über die Einführung entschieden werden.  

Nähere Informationen zum Konzept „Mobile Retter“ unter http://www.mobile-retter.de/