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Ehrenamtliche „Deutsch – Paten“ dringend gesucht

Wertvoller Beitrag zur Integration von Flüchtlingen

Im Landkreis Landsberg am Lech werden wieder dringend Deutschpaten gesucht. Einerseits zur Begleitung von Deutschanfängern bei ihren ersten Schritten in der fremden Sprache. Andererseits auch zur Hilfe bei der Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen der Integrationskurse.

Falls sich jemand in der Mathematik wohler fühlt, sind die Schüler, die die Flüchtlingsklassen an der Berufsschule besuchen, ebenfalls für jede Unterstützung dankbar. Ehrenamtliche, die bereits aktiv sind, stellen den Kontakt her und unterstützen bei den ersten Treffen. "Jeder Ehrenamtliche in der Flüchtlingsbetreuung kennt die Scheu, den ersten Schritt zu tun und die Unsicherheit. Oft sind daraus im Laufe der Zeit dann bereichernde Begegnungen und Freundschaften entstanden", so Stefanie von Valta, Ehrenamtskoordinatorin Asyl.

Interessierte melden sich bitte beim Landratsamts Landsberg am Lech: Tel: 08191 - 129 1398 oder Email: Stefanie.vonValta@LRA-LL.Bayern.de

Wichtiger Schritt zur Integration

"DER Lehrer gibt DEM Schüler DEN Stift"- so mancher Geflüchtete verzweifelt an dieser Stelle im Deutschunterricht: "so many meanings of "the" seufzt ein junger Nigerianer. Das Lernen der Sprache ist der erste und wichtigste Schritt für die Integration in Gesellschaft und Arbeitsmarkt. Daher wird jeder Flüchtling, der eine längerfristige Aufenthaltsgenehmigung erhält, verpflichtet, einen Integrationskurs zu besuchen.

In 600 Unterrichtsstunden werden hier Vokabeln und deutsche Grammatik gepaukt. Den Abschluss bildet ein Orientierungskurs von 100 Stunden, in dem Grundwissen zu Geschichte, Recht, Kultur, Werten und Gesellschaft in Deutschland vermittelt wird.

Ein Problem für viele Lehrkräfte ist die heterogene Zusammensetzung der Kurse: Oft sitzen junge Menschen, die im Heimatland bereits einen Schulabschluss erworben haben, manchmal fließend Englisch sprechen, neben anderen, die kaum eine Schulbildung haben. Auch wenn alle ohne Deutschkenntnisse in den Kurs kommen, fällt es den Teilnehmern unterschiedlich schwer, das anspruchsvolle Lerntempo des Integrationskurses mitzumachen.

Ehrenamt gefragt

Da Stoffmenge und Zeitplan des Integrationskurses vorgegeben sind, bleibt den Lehrerinnen und Lehrern wenig Spielraum, um in der Unterrichtszeit auf die schwächeren Schüler einzugehen. Hier ist das Ehrenamt gefragt: Ob regelmäßig oder nur zur Prüfungsvorbereitung, ob in Gruppen oder in Einzelpatenschaften, Deutschnachhilfe ist ein wertvoller Beitrag, den Jede/Jeder für die Integration der Geflüchteten leisten kann. Dafür muss man auch kein ausgebildeter oder studierter Deutschlehrer sein; oft ist es nur gefragt, Sprechen und Hörverständnis zu üben.

Die meisten Geflüchteten leben noch in Gemeinschaftsunterkünften, in denen in der Muttersprache oder auf Englisch kommuniziert wird, so dass allein regelmäßiger Kontakt zu Deutschsprechenden, mit denen man sich über Alltagsthemen unterhält, schon eine große Unterstützung ist.