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Das Traumabriefing

Foto Landratsamt: (v.l.) Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte, Susann Schmid-Engelmann, Referentin Dr. Ulrike Wichtmann, Stellv. Kreisgeschäftsführerin des BRK Landsberg Marianne Asam

Fortbildungsangebot in der Arbeit mit Geflüchteten

"Traumata erkennen, erste Hilfe leisten und stabilisieren" - so lautet der offizielle Titel des sechsstündigen Briefings, das aktuell in drei Durchgängen im Landkreis Landsberg am Lech läuft. Dass knapp 60 Akteure aus dem Bildungs- und Beratungsbereich mit direktem persönlichen Arbeitskontakt sowie ehrenamtlich Engagierte das Fortbildungsangebot nutzen können, beruht auf einer Initiative von Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte, Susann Schmid-Engelmann und Marianne Asam, der Stellvertretenden Kreisgeschäftsführerin des BRK Landsberg am Lech.

In Kooperation wurde das ursprüngliche und im Mai 2018 mit dem 1. Bayerischen Integrationspreis ausgezeichnete Projekt "Ausbildung von muttersprachlichen Traumahelfern" weiterentwickelt. So entstand das Traumabriefing, ein Weiterbildungsformat für Fachkräfte und ehrenamtlich Engagierte im Landkreis Landsberg am Lech. "Die ersten Worte haben wir dazu bereits nach der feierlichen Preisverleihung im Maximilianeum gewechselt und nun ist aus der anfänglichen Kooperationsidee ein Kooperationsprojekt geworden" schildert Susann Schmid-Engelmann. Marianne Asam freut sich über die große Resonanz "zu den zwei angesetzten Terminen im Oktober und November ist mittlerweile noch ein dritter im Dezember dazugekommen".

Konzept und Durchführung des Traumabriefings liegen bei Dr. Ulrike Wichtmann, Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Fachärztin für Anästhesiologie und Intensivmedizin, und Christiane Hampel, Traumafachberaterin, Pädagogin und Lehrerin. Beide leben und arbeiten im Landkreis Landsberg am Lech. "Viele Geflüchtete haben teils gefährliche Wege hinter sich, viele von ihnen müssen als komplex traumatisiert angesehen werden" erläutert Dr. Ulrike Wichtmann und fährt fort "dabei ist die Tragweite der folgenschweren Störung oft nicht erkenntlich". Das Traumabriefing setzt hier gezielt an und informiert über Traumafolgestörungen und Symptome in der akuten Phase. "Die Begegnung mit Leid und das Lösen schwieriger Situationen erfordert besondere Kenntnisse und Fähigkeiten" erklärt Christiane Hampel weiter. Gegenstand des Briefings sind deshalb auch Erste-Hilfe-Maßnahmen zur Stabilisierung des Geflüchteten und Psychohygienetechniken für sich selbst, um einem burn-out vorzubeugen.

Vom Fortbildungsangebot angesprochen zeigen sich Fachkräfte aus verschiedensten Bereichen: Deutschdozenten, Fachleute aus der beruflichen Bildung, der Sonderpädagogik, der Kinder- und Jugendhilfe, aber auch Mitarbeiter aus Integrationsprojekten und ehrenamtlich Engagierte. Hilfreich für die Praxis erweisen sich laut Teilnehmerstimmen des ersten Traumabriefings "die Körperübungen als Erste-Hilfe-Maßnahmen für traumatisierte Menschen" und das Wissen darum, "wie man bestimmtes Verhalten einordnen kann". Eine Teilnehmerin war überrascht hinsichtlich "der genialen Einfachheit".

Für das 3. Traumabriefing am 7.12.2018 sind noch einige wenige Restplätze vorhanden.

Anmeldung und weitere Informationen: Susann Schmid-Engelmann, Bildungskoordination für Neuzugewanderte, Landratsamt Landsberg am Lech, Tel: 08191 129 - 1252 www.landkreis-landsberg.de/bildung-integration

Foto Landratsamt: (v.l.) Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte, Susann Schmid-Engelmann, Referentin Dr. Ulrike Wichtmann, Stellv. Kreisgeschäftsführerin des BRK Landsberg Marianne Asam