Pressemitteilungen

6. Unternehmerfrühstück des Landrats

Landrat Thomas Eichinger im Gespräch mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft
Digitalisierungsexperte Dr. Andreas Brill zeigt die Denkweisen von Unternehmen wie Amazon und Google auf
Digitalisierung in der Praxis - Impulsvortrag von Reinhard Scheuermann (Kemapack GmbH)

ganz im Zeichen von Innovation und Digitalisierung

Landrat Thomas Eichinger lud kürzlich (Samstag 30. März 2019) VertreterInnen aus Wirtschaft und Politik zur sechsten Ausgabe des Unternehmerfrühstücks ins Landratsamt. Dr. Andreas Brill erklärt in seinem Impulsvortrag wie auch Unternehmen in der Region von Google, Netflix, Spotify und Co. lernen können.

Wie entsteht Innovation im digitalen Zeitalter? Unter diesem Motto lud Thomas Eichinger erneut Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Landkreis zum Frühstück ins Landratsamt. Das Veranstaltungsformat soll regelmäßig eine Plattform zum Dialog zwischen Vertretern aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik bieten.

Den Impulsvortrag zum Thema Digitalisierung hielt Dr. Andreas Brill von der b4b GmbH aus Duisburg. Brill entwickelt nach eigenen Angaben seit Mitte der 90iger Jahre Lösungen für das digitale Zeitalter und berät Unternehmen unterschiedlichster Größen und Branchen, unter anderem im Musik-, Buch-, Einzelhandels- und Fashionmarkt. Eindrucksvoll zeigt er den Zuhörern im Publikum auf wie „der digitale Tsunami“ in den vergangenen Jahren Strukturen und Märkte auf den Kopf gestellt habe. Am Beispiel der Musikindustrie sehe man die Entwicklung besonders deutlich. So habe der klassische Konsument um die Jahrtausendwende Musik-CDs noch überwiegend im Fachhandel gekauft. Dieser wurde durch Onlineversandhäuser wie Amazon verdrängt, diese wiederum durch digitale Stores wie iTunes von Apple und heute schließlich von Abodiensten wie Spotify, wo man jederzeit Zugriff auf eine große Auswahl an Liedern habe, ohne die Tonträger überhaupt noch besitzen zu müssen.

Groß denken: Die 10X-Philosophie

Unter dem Leitspruch „Think 10X“ ermutigt Google-Gründer Larry Page seine Mitarbeiter groß zu denken – das Ziel soll eine zehnmal bessere Lösung anstelle einer zehnprozentigen Verbesserung sein. Das Motto laute „Revolution statt Evolution“ - diese Philosophie hätten laut Brill erfolgreiche Digital-Unternehmen im Silicon Valley gemeinsam. So habe auch Amazon immer wieder bewusst sein eigenes Geschäftsmodell „kannibalisiert“, etwa durch die Entwicklung des E-Book-Readers Kindle. Für Firmen die von solchen „10X-Unternehmen“ lernen wollen, dürfe eine Innovations-Strategie für die Zukunft kein zeitlich abgeschlossenes Projekt darstellen, sondern müsse vielmehr zu einer dauerhaften Haltung werden. Als konkrete Handlungsempfehlung gab Brill seinen Zuhörern den Ratschlag möglichst alle Mitarbeitenden innerhalb des Unternehmens in einen permanenten Innovationsprozess einzubinden. Dazu genüge es bereits, wenn sich jeder Mitarbeiter 20 Minuten am Tag der Frage widme, was jeweils in seinem Tagesgeschäft verbessert werden könnte – sei es aus der Perspektive des Kunden, des Marktes oder der Produktion. Entscheidend sei es hieraus einen Rhythmus und eine mutige Kultur für Verbesserungen zu etablieren. Ideen die entstehen, sollten schnell im Echtbetrieb getestet und weiter entwickelt werden oder auch konsequent gestoppt, wenn diese sich nicht bewähren.

Digitalisierung in der Praxis

Wie diese Ansätze in der Praxis funktionieren können zeigte Reinhard Scheuermann, Geschäftsführer der Kemapack GmbH in Landsberg. Im Produkt- und Servicebereich können Maschinen die bei Kunden von Kemapack im Einsatz sind, durch Vernetzung aus der Ferne gewartet werden. Im Softwarebereich habe man laut Scheuermann Kunden die Möglichkeiten gegeben, Verbrauchsmaterialien online zu bestellen und jederzeit eine Bestellhistorie einsehen zu können. Da das Internet heute überwiegend mobil genutzt werde, können Kunden zudem mittels Smartphone-App Bestellungen auslösen oder durch einen simplen Scan des Geräteetiketts direkt die zugehörige Bedienungsanleitung aufrufen. Generell gilt für Scheuermann im digitalen Zeitalter „alles so reduziert wie möglich zu gestalten – Einfachheit ist Trumpf!“.

Fotos: Julian Leitenstorfer